Der Versicherer Ergo hat eine klare Ansage: Die angestrebte Auslandsexpansion soll für mehr Ertrag und Wachstum sorgen. Doch während der zweitgrößte deutsche Versicherungskonzern in Osteuropa und Asien expandiert, denkt der Versicherer über einen Rückzug aus dem italienischen Lebensversicherungsmarkt nach - eine Bestandsaufnahme.
DÜSSELDORF. "Im zweiten Quartal werden wir in Ungarn, Rumänien, Slowenien und der Slowakei mit neuen Lebensversicherern an den Start gehen", sagt Klaus Flemming, im Vorstand von Ergo für das internationale Geschäft zuständig, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Als Vertriebspartner für Osteuropa hat er die Unicredit
-Gruppe
gewonnen, mit deren Tochter HVB
Ergo schon lange zusammenarbeitet. Die Vereinbarung läuft über zehn Jahre.
Ergo gehört zum Konzern der Münchener Rück.
Der zweitgrößte Rückversicherer der Welt steht derzeit unter Druck der schwedischen Investorengruppe Cevian. Die halten nach eigenen Angaben inzwischen knapp drei Prozent der Münchener Rück
und drängen auf "operative, strategische und finanzielle" Verbesserungen. Cevian -Gründer
Lars Förberg machte im Handelsblatt unlängst deutlich, dass er "die Unternehmen, in die wir einsteigen, besser machen wollen", und schloss dabei nicht aus, dass dazu manchmal auch die Zerlegung eines Konzerns gehören könne. Analysten vermuten, dass Cevian es auf die Abspaltung von Ergo abgesehen hat. "Die Münchener müssen Ergo daher unter allen Umständen attraktiver machen", schätzt Michael Huttner von JP Morgan
in London.
Ergo hat bereits die klare Ansage aus München, für mehr Wachstum und Ertrag zu sorgen. Ein Rückzug aus Italien wäre ein herber Rückschlag für die angestrebte Auslandsexpansion. Bisher führt das Italiengeschäft mit zuletzt 683 Mill. Euro Beitragseinnahmen das Ergo-Auslandsvolumen an. Insgesamt kommt etwa ein Fünftel der gesamten Beitragseinnahmen aus dem Ausland. Bis 2012 soll der Anteil auf ein Drittel wachsen. Damit hinkt Ergo weit hinter anderen großen Versicherungskonzernen her. Marktführer Allianz
beispielsweise bezieht rund 70 Prozent des Versicherungsumsatzes aus dem Ausland.
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