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14.05.2008 
Gewinnrückgang

HDI leidet unter Fusion mit Gerling

von Thomas Schmitt

Seit der Fusion von HDI und Gerling hat Vorstandschef Christian Hinsch ein hartes Stück Arbeit hinter sich – aber auch noch vor sich. Denn der Zusammenschluss hat im ersten vollen Geschäftsjahr fast nur Belastungen gebracht.

HANNOVER. Schon die Wortwahl von Christian Hinsch war verräterisch. Einmal sprach der HDI-Vorstandschef auf der Bilanzpressekonferenz der neuen HDI-Gerling Sachversicherungsgruppe von „zusammenschustern“. An anderer Stelle merkte er zur Fusion der beiden Spezialisten für Industrieversicherungen, HDI und Gerling, an: „Wir haben noch einiges vor uns“.

Die Bilanz 2007 zeigte, dass er auch schon einiges hinter sich hat. Nicht nur „ein hartes Stück Arbeit“, wie er sagte, sondern auch starke Umstrukturierungen, die in massiven Belastungen mündeten. Offiziell redet Hinsch von einem „erfreulichen Geschäftsjahr“. Doch die Zahlen sagen das Gegenteil aus. Die Bruttobeiträge gingen 2007 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent zurück - auf knapp sechs Mrd. Euro. Unter dem Strich bedeutet dies in der Erstversicherung operativ einen Gewinnrückgang von mehr als 300 Mill. Euro auf 117 Mill. Euro. Verantwortlich ist zum großen Teil die Integration von Gerling. Faktisch hat der Zusammenschluss im ersten vollen Geschäftsjahr fast nur Belastungen, aber so gut wie keine Synergien gebracht.

Dies deckt sich mit der Beobachtung von Branchenkennern, die dafür vor allem den Personalabfluss auf der Gerling-Seite verantwortlich machen. Viele Leistungsträger hätten das Unternehmen verlassen. Arbeitsmöglichkeiten eröffneten sich nicht nur beim Marktführer Allianz, sondern auch bei Konkurrenten, die sich insbesondere in Köln neu ansiedelten. Dort war das Industriegeschäft von Gerling beheimatet. Durch die Fusion müssen nun die Mitarbeiter der Sachversicherung nach Hannover umziehen. Das tun viele nicht, wie Hinsch gestern einräumte. Nicht zuletzt deshalb musste HDI-Gerling 200 neue Leute für die Zentrale in Hannover einstellen. 130 Umsiedler seien bisher in Hannover angekommen, weitere 110 werden noch vor Ende Juni erwartet.

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