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14.05.2008 
Nur Kooperationen geplant

Großfusionen sind kein Thema für die Niedersachsen

von Thomas Schmitt

Die Gegner von Fusionen unter den öffentlichen Versicherern formieren sich. Am Dienstag nutzte VGH-Chef Robert Pohlhausen in Hannover seine Bilanzpressekonferenz, um seinen Kollegen aus Münster und Stuttgart ins Gewissen zu reden. Dort basteln die Provinzial Nordwest und die SV Sparkassenversicherung an einer Fusion. Bis Oktober wollen sie entscheiden, ob dies machbar sein könnte.

HANNOVER. Der Niedersachse Pohlhausen, direkter Nachbar der Provinzial aus Münster, begleitet dies mit eindeutigen Hinweisen: „Unsere herausragende Marktposition verdanken wir unserer einzigartigen Nähe zu unseren Kunden und zu unserer Verbundenheit mit unseren niedersächsischen Regionen“, sagte er. Fusionen mit anderen öffentlichen Versicherungen seien „kein Thema“ für die VGH. Je größer eine Organisation, desto mehr Bürokratie verursache sie auch.

Ein völliger Gegner von Fusionen und Kooperationen ist Pohlhausen jedoch auch nicht. In Niedersachsen betreibt er mehrere Marken und Organisationen unter dem Dach der VGH, unter anderem auch eine Krankenkasse und eine Lebensversicherung, die den Markennamen „Provinzial“ in sich trägt. Insofern gibt es eine natürliche Verbindung zum Nachbarn in Münster. Von der Geschäftsphilosophie her sind allerdings größere Gemeinsamkeiten zur Provinzial Rheinland in Düsseldorf feststellbar. Wohl auch aus diesem Grund beteiligt sich die VGH nun an dem Direktversicherer S-Direkt der Rheinländer mit etwa zehn Prozent, glauben Branchenkenner. Das Unternehmen soll vor allem Autoversicherungen verkaufen.

In der Fusionsdebatte zeichnen sich damit immer stärker zwei Lager ab. Einerseits die kleineren öffentlichen Versicherer, die eigenständig bleiben wollen, andererseits die Großen wie Versicherungskammer Bayern sowie SV Sparkassenversicherung und Provinzial Nordwest, die auf weitere Zusammenschlüsse unter den ein Dutzend verbliebenen öffentlichen Versicherern hinarbeiten. Im Lager der Zentralisten heißt es denn auch ganz klar: „Der Konsolidierungsprozess lässt sich nicht aufhalten.“ In Bayern, Baden-Württemberg und in Westfalen ist allerdings auch der politische Druck von Seiten der Eigentümer wesentlich höher. VGH-Chef Pohlhausen kann sich in der Hinsicht ruhig zurücklehnen. Politisch werde seine Ablehnung von Großfusionen voll gestützt, zeigte er sich sicher. Sein Vorteil: In Niedersachsen ist die Gemengelage unter den Eigentümern eine ganz andere, „gar nicht durchschaubar“, wie es bei der öffentlichen Konkurrenz heißt.

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