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HANDELSBLATT, Mittwoch, 9. April 2008, 14:12 Uhr
Analysteneinschätzung

Krise trifft deutsche Banken hart

Von Peter Köhler

Neun Monate sind seit Ausbruch der internationalen Finanzkrise vergangen. Während Analysten von Merrill Lynch das Schlimmste in Europa für überstanden halten, könnte sich die Lage in Deutschland nach Ansicht der Ratingagentur Moody's noch einmal verschlimmern. Im europäischen Vergleich hat sich Deutschland nach Ansicht der Experten schon in der letzten Zeit als weniger widerstandsfähig herausgestellt.



Selbst eine Fusion der Postbank wäre noch nicht der Durchbruch in der Konsolidierung,. Foto: dpa
Bild vergrößernSelbst eine Fusion der Postbank wäre noch nicht der Durchbruch in der Konsolidierung,. Foto: dpa

FRANKFURT. Als Gründe führen Analysten von Moody's die Auswirkungen der weltweiten Kreditkrise und strukturelle Probleme an, außerdem werde die Rezession in den USA die heimische Konjunktur zunehmend beeinträchtigen. „Die Lage ist schwierig, und sie könnte noch einmal schwieriger werden“, sagte Bankenexperte Johannes Wassenberg.

Der hiesige Bankenmarkt sei eindeutig überbesetzt, was die Ertragskraft der Banken schmälere, erklärte Analystin Katharina Barten. Die Konsolidierung sei kein Allheilmittel, werde aber langfristig positiv wirken. Die Finanzkrise könne Zusammenschlüsse antreiben, kurzfristig seien aber wegen der relativ schlechten Transparenz der Bankbilanzen eher keine Aktionen zu erwarten. Auch eine Fusion der Postbank mit einer privaten Großbank wäre noch nicht der Durchbruch in der Konsolidierung, meinte Wassenberg.


Merrill Lynch
Chart: Merrill Lynch

Tabelle  Infografik: TEXT TEXT TEXT


Im Lager der Landesbanken zeigten die Rettungsmaßnahmen der Regierungen für die SachsenLB, die WestLB und die BayernLB, dass die öffentlich-rechtlichen Banken oftmals mit schwachen Geschäftsmodellen operierten. Man könne aber nicht alle Institute über einen Kamm scheren, so seien die Landesbanken in Bremen und Hessen-Thüringen bisher recht gut durch die Krise gekommen.

Viele Landesbanken hätten aber zu viel „kundenfernes Geschäft“ betrieben und in strukturierte Kapitalmarktprodukte investiert, deshalb treffe sie die Krise jetzt stärker als andere Institute. Zuletzt waren die Landesbanken in München und Düsseldorf durch milliardenschwere Risikoabschirmungen der Länder stabilisiert worden. Solche Maßnahmen könnten das „Finanzkraftrating“ einer Bank retten, generell habe sich die „Unterstützung“ durch die Eigentümer in Deutschland bewährt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was die Experten von Merill Lynch sagen


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