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HANDELSBLATT, Mittwoch, 9. April 2008, 17:31 Uhr
Morgan Stanley

Aktionäre greifen Banker an


Nach den Investoren und Aufsichtsbehörden haben in den nächsten Wochen die Aktionäre der großen Wall-Street-Banken Gelegenheit, ihrem Unmut über die horrenden Verluste aus dem „Subprime“-Desaster Luft zu machen. Den Auftakt machte am Dienstag Morgan Stanley. Die Investmentbank bekam als erste den Ärger der Großinvestoren zu spüren.


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NEW YORK. Obwohl Konzernchef John Mack sich bereits im Vorfeld des Aktionärstreffen harsche Kritik von einigen institutionellen Anlegern anhören musste, war seine Wiederwahl in den Verwaltungsrat (Board) nicht gefährdet. Dennoch: Sein Nimbus als weitsichtiger Stratege ist durch die Finanzkrise angekratzt.

Dass die Suche nach den Verantwortlichen der Milliardenverluste forciert wird, zeigt sich auch bei anderen Banken. So soll Michael Armstrong kurz vor dem Rücktritt als Vorsitzender des Prüfungs- und Risikoausschusses bei der Citigroup stehen. Er reagiert damit offenbar auf Forderungen von Großinvestoren, die seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat der US-Bank fordern.

Für John Mack ist der Ärger der Aktionäre der erste Warnschuss nach einem verpatzten Geschäftsjahr. Morgan Stanley schloss das letzte Quartal 2007 erstmals mit einem Verlust ab - das Minus betrug 3,6 Mrd. Dollar. Vorausgegangen waren Abschreibungen von 9,4 Mrd. Dollar. Der Aktienkurs ist seit dem Sommer 2007 über 40 Prozent gesunken. Um die Verluste aus dem Subprime-Debakel aufzufangen, musste Morgan fünf Mrd. Dollar neues Kapital von einem chinesischen Staatsfonds aufnehmen.

Der Misserfolg ist eine persönliche Niederlage von Mack. Seit seiner Rückkehr 2005 an die Spitze der Bank, versucht er die Investmentbank auf mehr Risikofreude zu trimmen. Das Engagement am Subprime-Markt war Ausdruck dieses Strategiewechsels. Der gewerkschaftsnahe Pensionsfonds CtW fordert deshalb, dass Mack sein Amt als Chairman aufgibt.

Jetzt rudert Mack zurück: "Die Krise wird noch eine Reihe von Quartale andauern", sagte er auf dem Aktionärstreffen. Er sehe die Märkte in einer so schwierigen Situation wie seit 40 Jahren nicht mehr. "Wir werden den Blick innerhalb der Bank für eine längere Zeit auf eine hohe Liquidität richten", so Mack, auch wenn es jetzt gute Gelegenheiten gibt, am Kredit- und Hypothekenmarkt zu investieren. Doch der "Run" auf Bear Stearns und der Versuch bei Lehman Brothers habe gezeigt, wie vorsichtig man derzeit agieren müsse.

Nach Fehlspekulationen war Bear Stearns in den vergangenen Wochen in einen Liquiditätsengpass geraten und ist dabei, vom Konkurrenten JP Morgan übernommen zu werden. JP Mogan kontrolliere mittlerweile einen Anteil von 39,5 Prozent, teilte Bear Stearns gestern mit.


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