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HANDELSBLATT, Dienstag, 22. April 2008, 10:21 Uhr
Wegen Kreditkrise

RBS schreibt bis zu 7,4 Milliarden Euro ab

Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat im Zuge der Kreditkrise Abschreibungen von bis zu 5,9 Mrd. Pfund (etwa 7,4 Mrd. Euro) angekündigt. Als Konsequenz strebe RBS eine Kapitalerhöhung im Wert von zwölf Mrd. Pfund über die Ausgabe von Bezugsrechten an, teilte die zweitgrößte britische Bank am Dienstag mit. Damit handelt es sich um die größte Kapitalerhöhung dieser Art in der europäischen Bankengeschichte.



Die Abschreibungen der RBS fielen geringer aus als am Markt erwartet. Foto: dpa
Bild vergrößernDie Abschreibungen der RBS fielen geringer aus als am Markt erwartet. Foto: dpa

HB LONDON. Analysten erwarten nun ähnliche Schritte anderer Banken. Zudem plant RBS den Verkauf des Versicherungsgeschäfts, um an zusätzliches Geld zu gelangen.

Bis vor kurzem noch hatte RBS anhaltende Spekulationen über Abschreibungen in Milliardenhöhe und eine deshalb notwendige Kapitalerhöhung zurückgewiesen. Am Montag dann gab die Bank in einer kurzen Mitteilung bekannt, dass sie tatsächlich eine Kapitalerhöhung anvisiere.

Wegen Fehlinvestitionen in Ramschhypotheken und andere Anlageprodukte rechnet RBS mit einem Ausfall nach Steuern von 4,3 Mrd. Pfund in 2008, wie das Institut weiter mitteilte. Vor Steuern könnten sich die Abschreibungen auf bis zu 5,9 Mrd. Pfund belaufen. Bisher hatte die Bank wegen der Hypothekenkrise eine vergleichweise geringe Summe von zwei Mrd. Euro abgeschrieben. RBS wird jedoch zusätzlich belastet durch die 71 Mrd. Euro teure Übernahme und Zerschlagung der niederländischen Bank ABN Amro, die von den Briten angeführt worden war.

Royal Bank of Scotland
Chart: Royal Bank of Scotland
Analystenmeinung

Die Kapitalerhöhung stellt nun eine radikale Kehrtwende für die Bank dar und könnte nach Ansicht von Analysten auch das Ende für RBS-Chef Fred Goodwin bedeuten, der mit Widerstand der Aktionäre rechnen dürfte. Konkret bietet RBS elf neue Aktien für je 18 ausgeteilte Anteilsscheine zum Preis von 200 Pence je Aktie, wie das Institut weiter mitteilte. Dies entspricht einem Abschlag von 46 Prozent auf den Schlusskurs von Montag.

Die Aktie der RBS fiel am Vormittag um 3 Prozent auf 4,56 Euro. Ein Händler bemerkte, die angestrebte Kapitalerhöhung sei mit 12 Mrd. Pfund am oberen Ende der Erwartungen ausgefallen. Allerdings seien die Abschreibungen etwas unter den Prognosen geblieben.


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