| HANDELSBLATT, Mittwoch, 7. Mai 2008, 07:33 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Finanzkrise | ||||||||||||||||||||||||
Ackermann sieht „Hoffnungsschimmer“ | ||||||||||||||||||||||||
Von Rolf Benders | ||||||||||||||||||||||||
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sieht in der Finanzkrise Licht am Ende des Tunnels. "Wir sind mittlerweile eher am Beginn des Endes als am Ende des Anfangs der Krise", sagte der Schweizer am Dienstag bei einer Veranstaltung der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland. Die Märkte seien aber trotz Hoffnungsschimmern weiterhin fragil. | ||||||||||||||||||||||||
FRANKFURT. Schockmeldungen wie ein Zusammenbruch eines großen Hedge-Fonds oder ein überraschend starker Einbruch der Realwirtschaft könnten sie wieder aufleben lassen. "Wir brauchen jetzt eine Phase der Ruhe und Stabilität", sagte Ackermann. Der Zusammenbruch der Märkte für Subprime-Kredite hat das weltweite Finanzsystem nach Einschätzung von Bankern und Finanzmarktaufsehern in die schlimmste Krise seit 1998 gestürzt. Der auf einer weltweiten Umfrage beruhende "Banking-Banana-Skin-Index" erreicht in diesem Jahr mit 3,01 von fünf möglichen Punkten den höchsten Wert seit der Erstberechnung. Die im Auftrag der Unternehmensberatung Pricewaterhouse-Coopers seit 1998 neunmal erstellte Umfrage versucht, den Risiken für das Bankensystem auf die Spur zu kommen. Der Name des Risikobarometers, "Banking-Banana-Skin-Index", ist eine Anspielung auf das Risiko, beim Gang durch die Wall Street auf einer Bananenschale auszurutschen. Erstmals tauchte "Liquiditätsengpass" als Risikofaktor bei der Befragung auf und nahm sofort Rang eins ein. Der Hintergrund: Seit Ausbruch der Krise und dem Zusammenbruch einiger Banken - etwa der SachsenLB, der IKB oder der US-Investmentbank Bear Stearns - leihen sich Kreditinstitute gegenseitig kaum mehr Geld. Der Vize-Chef einer Londoner Fondsgesellschaft habe die Situation der Branche als "verzweifelt" beschrieben. Platz zwei in der Gefahrenrangliste war in diesem Jahr das Kreditrisiko. Unterm Strich befürchten die Befragten auch nach Ende der akuten Krise eine Verschlechterung der Kreditqualität, eine Schwächung der Banken und ein sich eintrübendes konjunkturelles Umfeld. Deutsche-Bank-Chef Ackermann erwartet entgegen den Befürchtungen einiger Wirtschaftsforscher allerdings keine Rezession in den USA: "Wir gehen von einer Verlangsamung des Wachstumstempos auf rund 1,5 Prozent in diesem Jahr aus, aber nicht von einer Rezession." | ||||||||||||||||||||||||
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