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13.05.2008 
23 mögliche Zusammenschlüsse

Banken suchen den Schulterschluss

von Hans G. Nagl

Getrieben durch die Erschütterungen der Finanzkrise drängen die heimischen Großbanken auf Zusammenschlüsse in den eigenen Reihen. Selten gab es so viele Übernahmeoptionen in der Branche - doch für die Beteiligten drängt die Zeit.

Die Frankfurter Skyline mit den Bankentürmen: Die Branche sortiert sich neu. Foto: dpaLupe

Die Frankfurter Skyline mit den Bankentürmen: Die Branche sortiert sich neu. Foto: dpa

FRANKFURT. "Die Chancen für eine Konsolidierung unter den deutschen Geschäftsbanken stehen derzeit so gut wie seit Jahren nicht", sagt Professor Udo Steffens, Präsident der Frankfurt School of Finance & Management. Diese Einschätzung teilt man beim Versicherer Allianz, dem mit seiner womöglich zum Verkauf stehenden Tochter Dresdner Bank eine Schlüsselrolle zukommen dürfte. "Ich sehe schon, dass wir im Moment ein Zeitfenster haben und die Zeichen günstig sind", sagte erst am Freitag Allianz-Finanzchef Helmut Perlet. "Es spricht jeder mit jedem."

Treiber ist die Finanzkrise, die dazu geführt hat, dass Banken rund um den Globus Milliardenbeträge wertberichtigen mussten. So sind es etwa bei der Dresdner bislang rund 2,4 Mrd. Euro - davon alleine 850 Mill. im Auftaktquartal 2008. "Die Zahlen des ersten Quartals dürften den Druck auf das Management, in Sachen Dresdner Bank zu handeln, weiter erhöhen", urteilt Analyst Thilo Gorlt von der BHF-Bank. Experte Steffens ergänzt: "Man würde sicherlich die Mehrheit an der Dresdner Bank abgeben, wenn der Vertrieb von Versicherungsprodukten weiter sichergestellt wäre." Bis Ende August wollen die Frankfurter ihr Privat- und Firmenkundengeschäft in einer eigenen Einheit gebündelt haben. Diese ließe sich dann etwa mit der Postbank verschmelzen, deren Verkauf vom Eigentümer Post derzeit ebenfalls erwogen wird. Auch die Bündelung mit der Deutschen Bank wäre möglich - ein Modell, das schon einmal vor Jahren angedacht war.


Tabelle  Infografik: Mögliche Übernahmekandidaten unter den deutschen Banken


Doch auch die Postbank selbst mit ihren gut 14,5 Millionen Kunden ist als größtes Filialinstitut des Landes ein begehrtes Kaufobjekt - Deutsche Bank und Commerzbank haben Interesse angemeldet. Die Bonner selbst favorisieren Unternehmenskreisen zufolge die Dresdner, weil sie hier der stärkere Partner wären. Nach Ansicht von Dirk Schiereck, Professor an der European Business School, würde die Bank zudem umfangreichen Zugang zu gehobenem Privatkundengeschäft und zu Firmenkunden erhalten: "Für die Postbank wäre die Kombination sicherlich attraktiv."

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die möglichen Bieter auf dem deutschen Markt

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