0 Bewertungen
20.10.2007 
Finanzkrise

Schlechte Noten für IKB-Tochter Rhinebridge

Die Investment-Tochter Rhinebridge der Mittelstandsbank IKB ist so gut wie zahlungsunfähig und steht vor der endgültigen Abwicklung. Ratingagenturen vergeben die schlechtesten Noten.

HB LONDON. Die Zweckgesellschaft befindet sich mittlerweile im „Vollstreckungsstatus“, womit ein Portfolio-Treuhänder die Kontrolle übernimmt. Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch stuften die Schuldverschreibungen von Rhinebridge am Freitag jeweils auf „D“ herunter. „D“ oder „Default“ ist die niedrigste Stufe auf den Ratingskalen und wird vergeben, wenn massive Zahlungsausfälle drohen.

Beide Agenturen erklärten, der Verwalter von Rhinebridge habe eingeräumt, dass die Vermögenswerte möglicherweise nicht mehr ausreichten, um die ausstehenden Schuldpapiere zu decken. Die am Donnerstag fälligen Zahlungen seien nicht geleistet worden. Commercial Papers im Volumen von 791 Millionen Dollar stehe bei Rhinebridge ein Portfolio mit einem Buchwert von 1,07 Milliarden Dollar gegenüber – dessen Marktwert sei aber auf 63 Prozent geschrumpft.

Rhinebridge selbst teilte mit, das stark am US-Subprimemarkt engagierte Vehikel müsse weitere Wertpapiere verkaufen, um mit den Einnahmen kurzfristige Schuldverschreibungen zu bedienen. In Finanzkreisen gilt eine Abwicklung als sehr wahrscheinlich, seit Rhinebridge mehrere Kapitaltests von Ratingagenturen nicht mehr bestanden hat.

Die IKB hat nach eigenen Angaben alle Ausfallrisiken bei Rhinebridge in ihrer Verlustprognose von bis zu 700 Millionen Euro für dieses Jahr bereits voll berücksichtigt. Dies gelte auch für den Fall einer Abwicklung, sagte ein Sprecher. Die Düsseldorfer Bank war im Sommer durch eine milliardenschwere Rettungsaktion der gesamten deutschen Kreditwirtschaft vor dem Kollaps bewahrt worden.

Die Schieflage bei Rhinebridge und der zweiten Zweckgesellschaft Rhineland Funding hatte die Krise bei der IKB ausgelöst. Die Vehikel haben massiv in Wertpapiere investiert, die mit zweitklassigen US-Hypothekenkrediten (Subprimes) besichert sind. Sie finanzieren sich über die Aufnahme kurzfristiger Schuldverschreibungen. Mit dem Zusammenbruch des Subprime-Marktes und dem Preisverfall entsprechender Papiere ist der Wert des Portfolios eingebrochen, und Anleger liehen den Gesellschaften kaum mehr neues Geld.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Sauber- und Buhmänner

24.07.2008 , 13:43 Uhr
Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Phoenix-Anleger müssen sich gedulden  Artikel in Merkliste

23.07.2008

Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen gerät unter Druck: Die Behörde braucht dringend Geld, um die rund 30 000 Anleger des insolventen Optionshändlers Phoenix Kapitaldienst zu entschädigen, Sie waren Opfer des größten Kapitalanlagebetrugs der Nachkriegsgeschichte. Artikel


Anzeige