Die angespannte Eigenkapitalsituation der Mittelstandsbank IKB verschärft sich Finanzkreisen zufolge mehr und mehr. Doch die Bereitschaft der Branche, der angeschlagenen Bank – nach der Finanzspritze im Juli – nochmals unter die Arme zu greifen, tendiert gegen Null. Nun sind die Anteilseigner gefordert.
FRANKFURT/BERLIN. „Da ist Feuer unter dem Dach“, sagte ein Insider am Wochenende. Mehreren mit der Situation vertrauten Personen zufolge hat sich die IKB selbst in einem Schreiben an die Finanzaufsicht BaFin gewandt und vor möglicherweise bevorstehenden Schwierigkeiten gewarnt. Die Bereitschaft der Kreditwirtschaft, in einer weiteren Rettungsaktion Kapital zur Verfügung zu stellen, tendiere aber gegen null. Deshalb werde nun darum gerungen, wer der IKB erneut finanziell unter die Arme greife. Für diese Woche sind weitere Krisentreffen unter Beteiligung von Vertretern des Finanzministeriums, der Aufsicht und des IKB-Großaktionärs KfW angesetzt.Bereits vor wenigen Tagen war in Finanzkreisen die Rede von einem möglichen zusätzlichen Kapitalbedarf über 300 bis 400 Mill. Euro. Wie brenzlig die Situation ist, zeigt sich auch daran, dass hochrangige Vertreter von IKB, KfW sowie den Verbänden der Kreditwirtschaft am Donnerstag mit Jochen Sanio, dem Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), zusammentrafen.
Die Beteiligten lehnten hierzu eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher der staatlichen KfW sagte lediglich, derzeit werde die Situation bei der IKB geprüft.
Das Engagement über außerbilanzielle Zweckgesellschaften im US-Hypothekenmarkt hatte Ende Juli die IKB in eine Schieflage gebracht. Die KfW, die rund 38 Prozent an der Bank hält, sowie die gesamte Branche sprangen daraufhin ein. Neben einem Risikoschirm über 3,5 Mrd. Euro wurde damals eine Liquiditätslinie von acht Mrd. Euro bereitgestellt. Eine Mrd. Euro des Risikoschirms entfiel dabei auf Sparkassen, Genossenschaftsbanken und private Geldhäuser. Nochmals will die Branche jedoch kein Geld nachschießen. „Das ist jetzt eine Sache der Anteilseigner“, hieß es im Umfeld der Banken. Klaus-Peter Müller, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, sagte am Rande einer Veranstaltung am Freitag, er hoffe, die Branche sei weiter zur Unterstützung der IKB bereit.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Schockwellen befürchtet.

