0 Bewertungen
17.12.2007 
KfW schreibt Anteil kräftig ab

IKB-Rettung könnte noch teurer werden

Die Krise um die angeschlagene Industriebank IKB führt beim Großaktionär zu immer neuen Lasten. Die Rettung der Bank könnte die staatliche KfW über fünf Milliarden Euro kosten. KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier richtete nun auch eine klare Botschaft an den Steuerzahler.

IKB-Bank: Nach milliardenschweren Engagements bei außerbilanziellen Zweckgesellschaften an den Rand des Zusammenbruchs geraten. Foto: apLupe

IKB-Bank: Nach milliardenschweren Engagements bei außerbilanziellen Zweckgesellschaften an den Rand des Zusammenbruchs geraten. Foto: ap

HB BERLIN/DÜSSELDORF. "Es kann sein, dass es weniger wird als fünf Milliarden Euro, aber auch mehr, falls sich das Marktumfeld weiter verschlechtert", sagte KfW -Chefin Ingrid Matthäus-Maier in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Bislang habe die KfW die Risikovorsorge auf 4,95 Milliarden erhöht. Zudem habe die KfW ihre 38-prozentige Beteiligung an der IKB um 400 Millionen Euro abgeschrieben.

Hintergrund ist der immense Wertverlust der IKB -Aktie: Hatte diese zu Jahresbeginn noch über 33 Euro gekostet, sind es nun noch etwa acht Euro. Damit haben sich im Zuge der Krise rund drei Viertel der Marktkapitalisierung in Luft aufgelöst.

Die IKB war im Sommer nach milliardenschweren Engagements bei außerbilanziellen Zweckgesellschaften an den Rand des Zusammenbruchs geraten. Die Pleite konnte damals nur durch das Eingreifen der KfW und der deutschen Kreditwirtschaft verhindert werden. Mittlerweile wurde ein zweites Rettungspaket über 350 Millionen Euro nötig. Davon entfielen 150 Millionen Euro auf die KfW, so dass diese in Summe aktuell für Risiken über 4,95 Mrd. Euro geradesteht.

Matthäus-Maier bekräftigte aber, der Steuerzahler werde für mögliche Verluste nicht aufkommen müssen. Zugleich begrüßte sie die geplanten Veränderungen im Verwaltungsrat der IKB. Dieser besteht aus 37 Mitgliedern und war mehrfach als ineffizient kritisiert worden. Das Bundeswirtschaftsministerium strebt nun eine Verkleinerung an. Die Bankerin wies darüber hinaus Vorwürfe zurück, die KfW habe nicht ausreichend Kontrolle bei der IKB ausgeübt. "Ich sehe nicht, dass wir etwas anders hätten machen können oder müssen", sagte Matthäus-Maier.

Zum Zeitpunkt eines IKB -Verkaufs sagte sie weiter, zunächst müsse der Jahresabschluss 2006/2007 geändert, geprüft und fertiggestellt werden. Für den Verkauf sei dann noch der neue Zwischenbericht erforderlich.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Phoenix-Anleger müssen sich gedulden  Artikel in Merkliste

23.07.2008

Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen gerät unter Druck: Die Behörde braucht dringend Geld, um die rund 30 000 Anleger des insolventen Optionshändlers Phoenix Kapitaldienst zu entschädigen, Sie waren Opfer des größten Kapitalanlagebetrugs der Nachkriegsgeschichte. Artikel


Anzeige