Spekulationen auf eine weitere milliardenschwere Kapitalspritze haben den Aktienkurs der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB abstürzen lassen. Dabei hatten nach knapp zwei Handelsstunden bereits mehr IKB -Titel den Besitzer gewechselt als an einem gesamten Durchschnittstag. Über die Zukunft des angeschlagenen Instituts soll in dieser Woche verhandelt werden.
saf/HB FRANKFURT. Die Papiere brachen am Montag um bis zu 22 Prozent auf 4,92 Euro ein. "Nach dem Scheitern der Gespräche vom Wochenende ist die Zukunft der IKB
ungewisser denn je", sagte ein Händler. "Da scheint aber noch erheblicher Finanzierungsbedarf vorhanden zu sein."
Am Wochenende waren Verhandlungen um eine Lösung für die IKB
ohne Ergebnis vorerst beendet worden. Mit der Angelegenheit vertraute Personen hatten den zusätzlichen Finanzbedarf für die durch Fehlspekulationen mit US-Hypotheken in Schieflage geratene Mittelstandsbank auf zwei Mrd. Euro beziffert. Bislang haben die Muttergesellschaft KfW und ein Banken-Pool der IKB
gut sechs Mrd. Euro zur Verfügung gestellt.
"Die Entwicklung bei der IKB
zeigt, dass der bislang zur Verfügung gestellte Risikoschirm von sechs Mrd. Euro nicht ausreicht, weil die Verluste der Bank offensichtlich größer sind als erwartet", betonte LBBW -Analyst Olaf Kayser. Er bekräftigte seine Verkaufsempfehlung und senkte das IKB
-Kursziel auf vier von zehn Euro. Sein Kollege Philipp Häßler vom Brokerhauses Equinet urteilte ähnlich. "Angesichts der weiteren Verschärfung der Subprime-Krise seit November, wären wir nicht überrascht, wenn die IKB
zusätzliches Kapital benötigen würde", schrieb er in einem Kommentar. Vor diesem Hintergrund stufte er die IKB
-Papiere auf "Sell" von "Reduce" herunter und bekräftigte sein Kursziel von fünf Euro.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Verhandlungen über IKB
-Zukunft gehen weiter - was in dieser Woche auf dem Plan steht

