Im Streit über die Finanzierung der milliardenteuren Rettung der IKB haben die privaten Banken ein Einlenken angedeutet. Commerzbank -Chef Klaus-Peter Müller, der auch Chef des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) ist, kündigte am Donnerstag eine Beteiligung an. Die Gefahr einer Insolvenz der Mittelstandsbank ist durch die staatlichen Milliardenhilfen derweil gebannt - vorerst.
HB BERLIN/FRANKFURT. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erklärte am Donnerstag, nach der Zusage des Bundes über rund eine Milliarde Euro gebe es keinen Grund mehr für ein Einschreiten.
Allerdings dürfte das Engagement den Bund teurer kommen als zunächst bekannt. Es sei immer von "mindestens einer Milliarde Euro" die Rede gewesen, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Die "Wirtschaftswoche" berichtete, der Bund werde 1,2 Mrd. Euro zahlen müssen. Unklar blieb weiter die Finanzierung des für die Kreditwirtschaft vorgesehenen Anteils. Während die Privatbanken eine Beteiligung signalisierten, lehnten Sparkassen und Genossenschaftsbanken neue Zuschüsse ab.
Dem Aktienkurs der IKB
verlieh der Rettungsplan Auftrieb. Das Papier notierte am frühen Nachmittag mit knapp 6,60 Euro zwölf Prozent höher. Die durch Spekulationen in den USA angeschlagene Bank meldete am späten Mittwoch einen zusätzlichen Abschreibungsbedarf von fast einer Milliarde Euro an. Über die bisherige Abschirmung gegen Risiken hinaus müssten auf Investitionen von aktuell 5,9 Mrd. Euro rund 950 Mill. Euro abgeschrieben werden, teilte die Bank mit. Dies betreffe nicht nur als risikoreich eingestufte Engagements, sondern auch als risikoärmer eingeschätzte.
Über das neue Hilfspaket sollen der IKB
insgesamt 2,2 bis 2,3 Mrd. Euro zur Deckung von Verlusten und Risiken sowie zur Eigenmittelstärkung zufließen. Verrechnet man diesen Betrag mit dem erwarteten Verkaufserlös, den die Staatsbank KfW als Großaktionär in die Rettungsaktion fließen lässt, kommt es netto zum Umfang des Hilfspakets von 1,5 Mrd. Euro, von dem auch Finanzminister Peer Steinbrück und Wirtschaftsminister Michael Glos gesprochen hatten.
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darf kein Fass ohne Boden werden."

