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26.02.2008 
Möglicher Führungswechsel

Staatsbank KfW kommt nicht zur Ruhe

von Nicole Bastian und Sven Afhüppe

Die Diskussion um die Nachfolge von Bankchefin Ingrid Matthäus-Maier schwelt weiter. Die Union beansprucht das Vorschlagsrecht für einen Nachfolger, wenn der Posten im nächsten Jahr neu besetzt werden sollte. Mehrere Kandidaten sind im Gespräch.

Ingrid Matthäus-Maier steht wegen ihres Krisenmanagments im Fall IKB in der Kritik. Foto: apLupe

Ingrid Matthäus-Maier steht wegen ihres Krisenmanagments im Fall IKB in der Kritik. Foto: ap

BERLIN/FRANKFURT. Die Diskussion um die künftige Führung der staatseigenen Förderbank KfW geht in eine heiße Phase. Zwar hat die Bundesregierung jüngst offiziell mitgeteilt, an KfW-Vorstandssprecherin Ingrid Matthäus-Maier festzuhalten – trotz voriger Kritik an deren Krisenmanagement bei der Rettung der Mittelstandsbank IKB. Ihre Chancen auf eine Vertragsverlängerung über das kommende Jahr hinaus sinken jedoch zusehends.

Mit der Kandidatur von Finanzstaatssekretär Thomas Mirow (SPD) als künftigem Chef der Osteuropa-Bank sieht sich die CDU/CSU-Fraktion in ihrem Anspruch bestätigt, die Nachfolge von Matthäus-Maier regeln zu dürfen. Ohnehin hat die Union informell ein Vorschlagsrecht, nachdem der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sich für die ehemalige SPD-Politikerin Matthäus-Maier stark gemacht hatte. Hat die Union das Sagen, kann Matthäus-Maier nicht darauf hoffen, dass ihr Vertrag verlängert wird.

Die Spitze der Unions-Bundestagsfraktion dementierte gestern Medienberichte, Bundesbank-Vorstand Hans Reckers solle ihr Nachfolger werden. „Es gibt keine Gespräche und Verhandlungen mit Herrn Reckers über diesen Posten“, sagte Unions-Fraktionsvize Michael Meister (CDU) dem Handelsblatt. Meister, der auch Mitglied im Verwaltungsrat der KfW Bankengruppe ist, betonte zudem, eine solche Personaldiskussion werde erst geführt, wenn der Vertrag der KfW-Chefin ausläuft.

Die Entscheidung über den Chefposten der KfW dürfte jedoch erfahrungsgemäß in diesem Jahr fallen. Auch im Kanzleramt ist nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen aber noch keine Entscheidung über einen Kandidaten gefallen. Neben Reckers genießen auch die beiden KfW-Vorstände Norbert Kloppenburg und Günther Bräunig, der bis Sommer an die Spitze der IKB entsandt ist, Unterstützung innerhalb der Union und im Kanzleramt. Bisher wurde der Vorstandssprecher der KfW Bankengruppe traditionell aus den Mitgliedern des Vorstands bestimmt. Allerdings steckt die KfW, die rund sechs Mrd. Euro für die Rettung der IKB zahlen muss, derzeit in einer Sondersituation.

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