Die Ratingagentur Fitch hat das Nachrangkapital der kriselnden Mittelstandsbank IKB auf die viertschlechteste Bonitätsnote "CCC-" herabgestuft. Derzeit könnten Geldgeber von Nachrangkapital an die IKB damit rechnen, dass 50 bis knapp 70 Prozent ihres Geldes verloren seien, teilte Fitch mit.
FRANKFURT. Dabei hat das jüngste Rettungspaket für die Düsseldorfer Bank die Chancen der Kapitalgeber, Couponzahlungen zu bekommen, weiter verschlechtert. Denn zunächst werden die 600 Mill. Euro, die die staatseigene Förderbank KfW im Februar in die Kapitalrücklage der IKB
gezahlt hat, über einen Besserungsschein bedient.
Die IKB
hat gut drei Mrd. Euro an Nachrangkapital - darunter nachrangige Verbindlichkeiten, Genussrechtskapital und stille Einlagen. Die Bank hatte sich mit Verbriefungsgeschäften verhoben und musste mit rund 8,5 Mrd. Euro gerettet werden. Der größte Teil des Geldes stammt von der KfW, dem größten IKB
-Aktionär.
Die KfW will ihren Anteil von gut 43 Prozent verkaufen. Doch ein solcher Schritt könnte für die Refinanzierung der IKB
weitreichende Folgen haben, warnt Fitch. Noch ist das Langfristrating der IKB
von "A+" stark dadurch gestützt, dass sie die bonitätsstarke KfW hinter sich hat. Wird die Stützung mit einem neuen Eigentümer schwächer, würde die Bonitätsnote der IKB
schlechter und sie bekäme noch größere Probleme, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren.
Die Refinanzierung ist schon jetzt schwierig. Deshalb stellt die KfW zusätzlich zu ihren Rettungshilfen 1,5 Mrd. Euro an Liquidität zur Verfügung, die mit IKB
-Krediten
besichert sind. Dieser Schritt, dem der KfW-Verwaltungsrat
im Februar zugestimmt hatte, war bislang in der Öffentlichkeit nicht bekannt. Die KfW sagte, es liefen "intensive Gespräche mit anderen Banken" über eine Beteiligung an der Finanzierungslinie.
Derweil erteilte das Bundesfinanzministerium Forderungen aus der CDU eine Absage, die KfW solle statt der IKB
ihre profitable Projektfinanzierungstochter Ipex verkaufen. Begründung: Für die IKB
sei ein eher schlechter Verkaufspreis zu erwarten. Ein Ministeriumssprecher sagte nur: "Das steht aktuell nicht zur Debatte."

