Die Entlastung des Aufsichtsrates der in die Krise geratenen IKB scheint derzeit mehr als fraglich. Nachdem zunächst viele Kleinaktionäre ankündigten, die Entlastung nicht mittragen zu wollen, schaltet sich nun auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos in die Diskussion ein.
HB BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sieht vor einer Entlastung des Aufsichtsrates der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB
noch Klärungsbedarf. "Wir sind uns mit dem Kanzleramt und dem Finanzministerium einig, dass wir zügig alle Sachverhalte aufklären müssen", sagte Glos dem Bonner "General-Anzeiger" laut Vorabbericht. "Diese Aufklärung muss vor einer Entlastung abgeschlossen sein."
Der IKB
droht auf der Hauptversammlung Ende März heftiger Ärger mit ihren Kleinaktionären. Anlegervertreter wollen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand die Entlastung verweigern. Medienberichte zufolge ist auch in der Bundesregierung umstritten, ob der Aufsichtsrat entlastet werden soll.
Die staatseigene Förderbank KfW ist mit 43 Prozent der größte Anteilseigner der IKB.
Glos sagte in dem Interview auf die Frage, ob die Entlastung des Aufsichtsrates infrage stehe: "Als Verwaltungsratsvorsitzender der KfW bin ich nicht weisungsberechtigt für entsprechende Entscheidungen, die die Hauptversammlung der IKB
auch mit den Stimmen des Hauptaktionärs KfW treffen muss." Die Mittelstandsbank hatte sich mit US-Ramschhypotheken verspekuliert und musste vom Bund, der KfW und anderen Banken mit über acht Mrd. Euro gerettet werden.

