0 Bewertungen
12.03.2008 
Banken

Milliardenklage belastet IKB-Verkauf

von Nicole Bastian

Der Verkauf der IKB steht unter keinen gutem Stern: In den USA hat ein Versicherer Klage gegen die Mittelstandsbank eingereicht und wirft der IKB Betrug und irreführende Information vor. Die Bank schweigt zu den Anschuldigungen.

FRANKFURT. Der Verkauf der IKB hat einen weiteren Rückschlag erlitten. Der US-Versicherer Financial Guaranty Insurance Company (FGIC) hat in New York Klage gegen die Mittelstandsbank eingereicht. Dabei geht es um Belastungen aus der milliardenschweren Zweckgesellschaft Rhineland Funding, die die IKB im vergangenen Jahr an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat. FGIC wirft der IKB Betrug und irreführende Informationen vor.

Die IKB wollte sich nicht zu dem Vorgang äußern. Sie hatte für die Zweckgesellschaft einen Teil der Kreditlinien gestellt für den Fall, dass sich das Investitionsvehikel nicht mehr alleine über den Kapitalmarkt finanzieren kann. Weitere Kreditlinien hielten andere Banken – so etwa die französische Investmentbank Calyon 2,5 Mrd. Dollar. Das Kreditrisiko der Papiere aber, die Rhineland für diesen Betrag kaufte, übernahm zum Teil FGIC. Im Extremfall – wenn die Papiere ihren Wert komplett verlieren – müsste der Versicherer knapp 1,9 Mrd. Dollar zahlen. Gegen diese Verpflichtung klagt FGIC nun. Der Versicherer argumentiert, die IKB habe bei Geschäftsabschluss im Juni 2007 weniger als zwei Monate vor ihrer Rettung wesentliche Informationen falsch dargestellt. In der Klageschrift heißt es zu der Auslagerung der Kreditrisiken: „Die Transaktionen waren Teil des Betrugs, den IKB entwarf, um Milliarden an Eventualverbindlichkeiten von IKB/Rhineland auf FGIC und andere zu verlagern, um die massiven Liquiditätszusagen der IKB zu reduzieren, die zu diesem Zeitpunkt die finanzielle Lebensfähigkeit der IKB bedrohten.“ Die FGIC steht wie andere Anleiheversicherer in den USA derzeit unter enormem Druck. Nun verlangt sie Schadensersatz in unbekannter Höhe, weil die Kreditwürdigkeit durch den Vertrag mit der IKB belastet worden sei.

Ein solches Prozessrisiko dürfte das Interesse an der IKB, die mit rund 8,5 Mrd. Euro gerettet worden ist, weiter dämpfen. Derzeit stehen 54 Prozent, hauptsächlich in Händen der staatlichen Förderbank KfW, zum Verkauf.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Jena kämpft um Investoren  Artikel in Merkliste

07.07.2008, 08:15 Uhr

Die thüringische Universitätsstadt Jena will künftig intensiver um Immobilieninvestoren werben. "Die Vermarktungspolitik der letzten Jahre war zu wenig aktiv", meint Thomas Dirkes, Werkleiter des Eigenbetriebs Kommunale Immobilien Jena. Besonders die hohe Wirtschaftskraft und niedrige Leerstände in Miethäusern wecken Interesse von Immobilien-Anlegern. Artikel


Anzeige