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25.03.2008 
Bundesregierung will Sonderprüfung

IKB-Aufsichtsrat muss auf Entlastung warten

von Donata Riedel

Für die Suche nach den Schuldigen am IKB-Desaster will sich die Bundesregierung mehr Zeit nehmen. Sie strebt eine Sonderprüfung an. Erst wenn deren Ergebnis vorliegt, soll über die Entlastung des Aufsichtrats entschieden werden.

BERLIN. Die staatseigene KfW, mit mittlerweile 43,4 Prozent größter Aktionär der Mittelstandsbank, werde auf der IKB -Hauptversammlung am kommenden Donnerstag eine Sonderprüfung vorschlagen, sagte Torsten Albig, Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), dem Handelsblatt. Die Entlastung des Aufsichtsrats werde verschoben, bis das Ergebnis dieser Sonderprüfung vorliege.

Die IKB hatte sich mit faulen US-Hypothekenkrediten (Subprime) verspekuliert. Bisher mussten die Aktionäre drei Rettungspakete im Umfang von zusammen 8,5 Mrd. Euro schnüren. Den Löwenanteil schulterten die KfW und der Bund. Der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Ulrich Hartmann sieht die Schuld an dem Desaster allein beim inzwischen geschassten Vorstand der Industriebank: Er habe die Risiken der Spekulationen verschleiert und den Aufsichtsrat belogen. Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse, das der Aufsichtsrat vergangenes Jahr bestellt hatte, stützt diese Auffassung; es stößt jedoch auf Misstrauen bei institutionellen Investoren aus den USA und bei den Vertretern der deutschen Kleinaktionäre.

In der Bundesregierung hatten sich Finanzminister Steinbrück und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wochenlang über die Entlastung des Aufsichtsrats gestritten. Glos, der im Januar den Vorsitz im KfW -Verwaltungsrat von Steinbrück übernommen hatte, will vor allem die Rolle von IKB -Aufsichtsratsmitglied Jörg Asmussen aufklären. Er forderte seit längerem ein weiteres unabhängiges Gutachten.

Steinbrück stellte sich dagegen demonstrativ vor den Abteilungsleiter aus seinem Ministerium. "Wenn es der Ausräumung von letzten Zweifeln dient, ist ein Sondergutachten sinnvoll", begründete Albig am Dienstag das Einlenken Steinbrücks. "Volle Transparenz über die Vorfälle bei der IKB ist sinnvoll, deshalb unterstützen wir dies", sagte er. Wann das Sondergutachten vorliegen wird, stehe noch nicht fest.

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