Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB kommt auch nach Abschluss der turbulenten Hauptversammlung vom Donnerstag nicht zur Ruhe. Der Aufsichtsrat konnte sich nach Aussagen aus Finanzkreisen bei seiner konstituierenden Sitzung in der Nacht nicht auf einen Vorsitzenden einigen.
Es wurde mit Detlef Leinberger lediglich ein stelltvertretender Aufsichtsratschef bestimmt, hieß es am Freitagmorgen. Die Bank wollte sich dazu nicht äußern. Der bisherige Oberaufseher, Ulrich Hartmann, war mit Ablauf der Hauptversammlung, bei der er von Aktionären wegen der Beinahepleite der IKB
mehrfach lautstark beschimpft wurde, aus Altersgründen aus dem Gremium ausgeschieden. Das eigentlich als Nachfolger auserkorene Aufsichtsratsmitglied Dieter Ammer hatte bereits vor Beginn der Hauptversammlung seine Kandidatur für den Vorsitz zurückgezogen.
Die IKB
hatte sich mit US-Hypothekenanleihen verspekuliert, wurde mit Milliardensummen von der Muttergesellschaft KfW gestützt und steht nun zum Verkauf. Der Aufsichtsrat hatte auf der Hauptversammlung dem ehemaligen Vorstand die Schuld an der Krise gegeben und war dafür von Aktionären heftig kritisiert worden. "Hier hat eine Amateurmannschaft versucht, in der Champions League mitzuspielen und wurde abgewatscht", sagte Hans-Richard Schmitz von der Aktionärsvereinigung DSW.

