Nach dem Rücktritt von KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier will die Bundesregierung einen Finanzprofi als Nachfolger finden. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) möchte sich bei der Suche aber nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Gegenüber dem Handelsblatt umriss er das Anforderungsprofil, das der neue Chef erfüllen muss.
saf/HB BERLIN/FRANKFURT. „Die Entscheidung wird ohne schuldhaftes Zögern getroffen. Wir werden uns Zeit lassen und uns interne wie externe Kandidaten anschauen“, sagte Steinbrück dem Handelsblatt. Nach den Worten Steinbrücks spiele das Parteibuch bei der Auswahl sicher keine Rolle. „Das Anforderungsprofil ist ziemlich eindeutig: Sachverstand, Erfahrung im Bankenmanagment, jemand, der sich als Sanierer auskennt und den Unterschied zwischen einer Geschäftsbank und einer Förderbank kennt. Das Parteibuch sollte bei der Auswahl sicher keine Rolle spielen.“
Matthäus-Maier ist SPD-Mitglied. Ein neuer KfW-Chef würde aber nur etwas mehr als 400 000 Euro verdienen - bei den Großbanken liegen die Gehälter im Millionenbereich.
Einen Tag nach dem Rücktritt von KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier wirrd öffentlich bereits über mehrere potenzielle Nachfolger spekuliert. Steinbrück betonte, dass er sich an diesen Spekulationen nicht beteiligen werde. Zur Begründung sagte er: „Jeder Name, der als Nachfolger von KfW-Chefin Matthäus-Maier öffentlich gehandelt wird, ist sofort verbrannt.“
Die Union brachte als Kandidaten Hans Reckers von der Bundesbank ins Gespräch. „Bei den Aufgaben der KfW wäre es gut, einen Mann aus der Praxis zu kriegen. Die Qualifikation ist wichtiger als das Parteibuch. Ich bin mir aber im Klaren darüber, dass es schwer wird, für 410 000 Euro Jahresgehalt einen Top-Banker zu bekommen“, sagte der Finanzexperte der Union, Otto Bernhard, der „Financial Times Deutschland“. Die Union hat nach Angaben aus Koalitionskreisen das Vorschlagsrecht für das Spitzenamt in der KfW.
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