Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat als Reaktion auf die Vorgänge bei den Mittelstandsbanken IKB und Kfw eine Verkleinerung des Kfw-Verwaltungsrats vorgeschlagen.
Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) will Verwaltungsrat der KfW verkleinern. (Archivbild) FOTO: dpa
HB BERLIN. Das Kontrollgremium der staatlichen Förderbank sei mit 37 Mitgliedern ungewöhnlich groß, sagte der CSU-Politiker der „Wirtschaftswoche“. Allein schon deswegen sei schnelles, abgestimmtes Handeln schwierig. „Ich befürworte eine Verkleinerung des Verwaltungsrats auf ungefähr die Hälfte seiner Mitglieder“, sagte Glos in dem am Samstag veröffentlichten Interview. Der Minister hat derzeit den Vorsitz in dem Gremium. Zugleich äußerte Glos Zweifel am Vorgehen bei der Rettungsaktion für die angeschlagene IKB. „Vielleicht wäre die schnelle Insolvenz der IKB finanz- und ordnungspolitisch richtig gewesen“, sagte Glos.
Er kritisierte in diesem Zusammenhang die Informationspolitik von Bafin-Präsident Jochen Sanio. Dieser habe durch ein „Katastrophenszenario von der Auslösung eines internationalen Bankencrashs“ den Verwaltungsrat der KfW veranlasst, eine rasche Entscheidung zur Fortführung der Bank zu treffen. Zwar hätte die Schließung der IKB eine Vertrauenskrise mit schwerwiegenden Folgen heraufbeschwören können, räumte der Minister ein. Aber auch die sukzessive Veröffentlichung immer neuer schlechter Nachrichten lasse Vertrauen in den Bankensektor verloren gehen. Die IKB hatte sich mit US-Ramschhypotheken verspekuliert und musste mit insgesamt 8,5 Milliarden Euro von Bund, KfW und anderen Banken gestützt werden. Den Großteil davon trägt die KfW, die mit 45 Prozent größte Aktionärin der IKB ist. Wegen der Probleme der IKB machte die Kfw im vergangenen Jahr mehr als sechs Milliarden Euro Verlust.

