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23.04.2008 
Händler im Visier der Staatsanwaltschaft

Deutsche Bank bestätigt Anzeige wegen IKB-Insiderhandels

Ein Händler der Deutschen Bank ist wegen des Verdachts auf Insiderhandel mit IKB-Aktien ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Das Institut bestätigte am Mittwoch, dass eine Anzeige gegen einen Mitarbeiter vorliege. Es handle sich um Geschäfte im kleinen einstelligen Millionenbereich.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: apLupe

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: ap

HB FRANKFURT. "Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen betreffen die Ermittlungen nicht den Eigenhandel der Bank, sondern Geschäfte für Kunden", sagte ein Sprecher. Die Bank habe daraus keinen Nutzen gehabt. Das Institut werde die Ermittlungsbehörden bei der raschen Aufklärung voll unterstützen.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte zuvor Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter einer Großbank bestätigt, den Namen des Instituts aber nicht genannt. Dabei geht es um Aktiengeschäfte kurz vor Bekanntwerden der Krise bei der IKB im Juli 2007. Auf Insiderhandel steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von maximal fünf Jahren.

Die Deutsche Bank brachte den Stein bei der IKB ins Rollen, als sie im vergangenen Sommer nach eigenen Angaben die auf die IKB zukommenden Probleme erkannte und Kreditlinien für die Bank kündigte. Bankchef Josef Ackermann schaltete die BaFin ein, die eine großangelegte Rettungsaktion für die IKB ins Leben rief, und war deshalb in Kritik geraten. Wenn die Deutsche Bank an besagtem Wochenende im Juli nicht auf die Probleme hingewiesen hätte, wäre es zu "größten Verwerfungen" am Finanzmarkt gekommen, verteidigte Ackermann damals das Vorgehen.

Die IKB erwartet nach eigenen Angaben wegen eines Bilanzierungseffekts für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2007/08 nur noch einen Verlust von 200 Mill. Euro statt der bisher kommunizierten 800 Mill. Euro. An der Börse legte die Aktie mehr als elf Prozent auf 4,59 Euro zu.

Hybridfinanzierungen, also Mischformen aus Eigenkapital und Fremdkapital, hätten an Wert verloren und mussten deshalb neu bewertet werden, sagte ein Sprecher. Zudem profitierte die IKB von der Neubewertung des Besserungsscheins, den die Haupteignerin KfW für Kapitalzuschüsse erhalten hatte. Dieser führt dazu, dass sie bevorzugt an den künftigen Gewinnen der IKB beteiligt wird. Da es aber unwahrscheinlich ist, dass die IKB den Besserungsschein von Anfang an bedienen kann, hat auch dieser an Wert verloren und musste neu bewertet werden, was sich positiv in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlägt.

Am kommenden Dienstag will die IKB ihre testierten Sechs-Monatszahlen 2007/08 vorlegen.

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