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29.04.2008 
Erstes Halbjahr 2007/08

IKB fährt Milliardenverlust ein

Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB hat im ersten Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres 2007/08 einen massiven Verlust eingefahren. Das Institut bekräftigte trotzdem seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr - und betonte gleichzeitig, es gäbe "großes Bieterinteresse an der IKB". Doch ob noch weitere Belastungen in den Bilanzen der IKB lauern, bleibt unklar.

In ihrem Kerngeschäft konnte die IKB zulegen. Lupe

In ihrem Kerngeschäft konnte die IKB zulegen.

HB FRANKFURT. Der Fehlbetrag summierte sich nach testierten Zahlen im Zeitraum April bis September 2007 auf eine Milliarde Euro, wie die IKB am Dienstag mitteilte, ohne Vergleichzahlen zu nennen. Das positive Ergebnis aus der Risikoübernahme durch den Bankenpool bezifferte die IKB auf 2,2 Mrd. Euro.

Gleichzeitig berichtete die Bank, es gebe ein "großes Bieterinteresse an der IKB". Der Verkaufsprozess der Anteile der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW, die 45,5 Prozent an der IKB hält, und der Stiftung Industrieforschung (10,7 Prozent) verlaufe planmäßig. Insgesamt gebe es neun potenzielle Käufer, die sich derzeit die Bücher des Instituts ansähen, sagte IKB-Chef Günther Bräunig am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Es handle sich dabei um Institute aus dem In- und Ausland. Mitte Mai müssten die verbindlichen Offerten abgegeben werden.

Trotz des Verlustes bekräftigte der Vorstand die kürzlich revidierte Verlustprognose für das gesamte Geschäftsjahr von 200 Millionen Euro. Im Segment Firmenkunden, dem Kerngeschäftsfeld der IKB, stieg das Neugeschäftsvolumen von April bis September auf 2,6 Vorjahreszeitraum: 2,1) Mrd. Euro. Allerdings rutschte die Bank in der Sparte wegen Wertberichtigungen in Folge der Krise in die roten Zahlen.

Die IKB hatte sich in großem Stil mit US-Ramschhypotheken verspekuliert und musste mehrmals von ihrem Hauptaktionär KfW, dem Bund und privaten Banken gestützt werden.

Weitere Belastungen in Folge der weltweiten Finanzkrise hält das Institut für möglich. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die andauernden Turbulenzen an den Kapitalmärkten zu weiteren Wertberichtigungen und Ergebnisbelastungen führen, hieß es. Die "Risikotragfähigkeit" der IKB sei deshalb nach wie vor nur durch die bereits beschlossene Kapitalerhöhung gewährleistet. er Vorstand gehe davon aus, dass eine milliardenschwere Klage des US-Anleiheversicherers FGIC unbegründet sei. Zudem rechne er damit, dass das derzeit in Brüssel bei der EU-Kommission laufende Beihilfeverfahren positiv für die IKB ausgehe.

Die Aktie gab bis am späten Vormittag um fünf Prozent auf 4,38 Euro nach.

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