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13.06.2007 
Cerberus bildet aus

Rekapitalisierung der anderen Art

von Jens Koenen

Private-Equity-Firmen haben gegen den Ruf als Heuschreckenschwarm zu kämpfen. Auch Meldungen über irrsinnige Gehälter der Manager in der Branche sorgen nicht für eine positive Außendarstellung. Cerberus nimmt diesen Kampf nun an und hält dagegen, indem aus der eigenen Kasse neue Arbeitsplätze finanziert werden.

FRANKFURT. Irgendwie ist das Timing suboptimal. Da sitzt David Knower, der Deutschlandchef von Cerberus, im ehrwürdigen Römer, dem Frankfurter Rathaus, und berichtet von der eine Million Euro schweren Ausbildungsplatz-Initiative des US-Finanzinvestors. Doch in den Köpfen der Teilnehmer ist eine ganz andere Zahl: die 400 Millionen Dollar Jahresgehalt von Blackstone-Boss Stephen Schwarzman.

Dabei ist der Plan von Knower eine gute Sache. Eine Million Euro will Cerberus aus der eigenen, üppig gefüllten Kasse holen, um bundesweit die Betriebe an sechs Standorten motivieren, 600 zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Frankfurt ist eine dieser Städte – Berlin, Hannover, Wilhelmshaven, Düsseldorf und Hamburg sind die anderen.

„Good Corporate Citizenship“ nennt es Knower. Nicht erwähnenswert, dass das Ganze auch dem angekratzten Image der Private-Equity-Firmen gut tut. Seit dem legendären Tiervergleich des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering sind die „Heuschrecken“ in aller Munde. Zahlen wie die des Salärs von Schwarzman tun ihr übriges.

Doch das Bild von den gierigen Heuschrecken, die schon im zweiten Buch Mose als Plage herhalten mussten, um den ägyptischen Pharao gefügig zu machen, passt den kapitalkräftigen Investoren nicht. Programme wie das von Cerberus sollen das ändern; sie könnten den umstrittenen Fonds ein positiveres Image geben.

In Frankfurt geht die Rechnung jedenfalls auf. Alle sind sie gekommen, um Cerberus mit Lob zu überhäufen. Von einer „guten Arbeitsmarkt-Philosophie, die für ihr Unternehmen spricht“, redet Oberbürgermeisterin Petra Roth. Cerberus zeige große gesellschaftliche Verantwortung, fügt IHK-Präsident Joachim von Harbou hinzu.

Dass die Spende von Cerberus vielleicht mit dem Stellenabbau in der einen oder anderen Beteiligung verdient wurde, darüber mag Knower an diesem Tag zunächst nicht reden. Erst später, nach dem offiziellen Teil, wird er deutlich: „Wir restrukturieren, um Unternehmen und Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt er. Aber natürlich sei es nur Recht, von den Gewinnen etwas zurückzugeben. Klingt irgendwie nach Rekapitalisierung – nur eben im Sinne der Gesellschaft.

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