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21.06.2007 
Starke Nachfrage nach Blackstone-Aktien

Private-Equity-Branche boomt

Der für Freitag geplante Börsengang des US-Finanzinvestors Blackstone wird aller Voraussicht nach ein großer Erfolg. Investoren hätten sich um die Papiere regelrecht gerissen, heißt es in Bankenkreisen. Nach Ansicht von Experten ist das ein weiteres Indiz dafür, dass die Private-Equity-Branche ungeachtet der zuletzt gestiegenen Zinsen und der wachsenden Nervosität an den Kreditmärkten keinen Einbruch fürchten muss.

jkn/pk/rob FRANKFURT. „Finanzinvestoren werden auch im zweiten Halbjahr sehr aktiv bleiben“, prognostiziert Berthold Fürst, Chef der Abteilung Fusionen und Übernahmen bei der Deutschen Bank.

Das erklärte Ziel von Blackstone-Chef Stephen Schwarzman ist es, sich einen alternativen Zugang zu frischem Kapital zu verschaffen. Bislang sammeln Private-Equity-Firmen ihre Mittel bei privaten Geldgebern ein, vor allem Pensionsfonds, Stiftungen und Versicherungen. Die Firmen haben in den vergangenen Jahren enorme Summen in die Anlageform Private Equity gepumpt. Nach Berechnungen des Finanzidienstleisters Thomson Financial sammelten die europäischen Beteiligungsfonds im vergangenen Jahr 89,8 Mrd. Euro ein, das sind 18 Mrd. Euro mehr als 2005. Im Jahr 2004 belief sich die Summe erst auf 27,5 Mrd. Euro.

Den meisten Experten zufolge gibt es keine Anzeichen dafür, dass dieser Geldfluss an die Finanzinvestoren versiegen könnte – auch wenn die Risikofaktoren zunehmen. So beobachten die Private-Equity-Fonds nicht ohne Sorge die weltweit steigenden Zinsen, weil sie ihre Übernahmen zum weitaus größten Teil über Kredite finanzieren. Die zehnjährigen Anleihezinsen in den USA und im Euro-Raum sind in der vergangenen Woche mit 5,3 und 4,7 Prozent auf die höchsten Stände seit rund fünf Jahren geklettert.

Trotz dieser eher ungünstigen Zinsentwicklung gibt sich die Private-Equity-Branche gelassen. Die Entwicklung der Liquidität habe eine viel größere Bedeutung als die Zinsen, heißt es in der Branche. Und die Liquidität entwickelt sich nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Manager Fürst ausgesprochen günstig. Fürst hat beobachtet, dass sich eine neue Investorenklasse gebildet hat, die den Private-Equity-Firmen üppige, wegen der großen Nachfrage zum Teil sehr billige Kredite zur Verfügung stellt. „Deshalb dürfte auch künftig genug Liquidität vorhanden sein“, sagt er. Bei den neuen Investoren handelt es sich um Hedge-Fonds, Versicherungen und Banken.

Auch mit Blick auf die laufenden Private-Equity-Engagements sind die meisten Branchenkenner entspannt. „Ich sehe derzeit wegen der steigenden Zinsen absolut kein Risiko für die bestehenden Private-Equity-Engagements. Die Finanzierung solcher Transaktionen ist langfristig – und in der Regel gegen steigende Zinsen abgesichert“, sagt Steven Koltes, Deutschland-Chef des Finanzinvestors CVC.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Warum Zinssprünge so unbeliebt sind

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