Der multimilliardenschwere US-Finanzinvestor Hellman & Friedman sieht sich in Deutschland nach lukrativen Anlagemöglichkeiten um. Dabei haben die Amerikaner auch Dax-Konzerne auf ihrer Liste, bei denen sie explizit mitreden wollen. Speziell in einer Branche wollen sie zuschlagen.
Speziell in der Finanzbranche sieht sich Hellmann & Friedman um. Hier die Frankfurter Bankenskyline. Foto: dpa
FRANKFURT. Das Unternehmen ziele nicht auf die vollständige Übernahme von Konzernen, sondern auf den Erwerb kleinerer Aktienpakete, sagte Europa-Chef Patrick Healy dem Handelsblatt. Dies reiche aus, um Einfluss auszuüben. „Wir schließen ausdrücklich keine Minderheitsbeteiligungen an Dax- oder MDax-Unternehmen aus“, betonte Healy. Auch mit kleinen Beteiligungen könne man etwas bewirken. Rund die Hälfte der Beteiligungen von Hellman & Friedman seien Minderheitspositionen.
Hellman & Friedman sucht in Deutschland speziell nach lohnenden Investitionen im Bereich Finanzdienstleistungen. Dabei stehen Vermögensverwalter ganz oben auf der Wunschliste. Das Asset Management sei für die Beteiligungsgesellschaft ein „sehr interessanter Bereich, gerade in Europa“, sagte Europa-Chef Healy. Das gelte nicht zuletzt wegen der zunehmenden Bedeutung der privaten Altersvorsorge. Außerdem könne ein Finanzinvestor das Management aus einengenden Konzernstrukturen befreien. „Viele Fondstöchter bei den Banken können sich heute nicht so entwickeln, wie sie wollen. Darin sehen wir eine große Chance“, sagte Beteiligungsmanager Healy. Vertreter der Fondsbranche geben dem Einstieg von Finanzinvestoren jedoch bis jetzt keine großen Chancen.
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Hellman & Friedman gehört zu den Schwergewichten im Private-Equity-Geschäft. Der laufende Fonds ist mit rund 8,5 Mrd. Dollar Eigenkapital bestückt, etwa zwei Mrd. Dollar davon sind bereits investiert. Nach einer Aufstellung der Investmentbank Morgan Stanley rangiert Hellman & Friedman damit weltweit unter den 150 größten Fonds auf Rang 14. Die 1984 gegründete Gesellschaft hat ihren Hauptsitz in San Francisco, die Nettorendite der vier ersten Beteiligungsfonds lag bei schätzungsweise 35 Prozent.
Für Healy werden nicht alle Fondstöchter und Vermögensverwalter zukünftig Produktion und Vertrieb gleichermaßen bewältigen können. „Eine DWS von der Deutschen Bank wird dazu in der Lage sein, bei anderen würde ich da ein Fragezeichen setzen“, sagt Healy. Die Frage, ob die Commerzbank-Tochter Cominvest ein Übernahmekandidat werden könnte, wollte Healy nicht kommentieren. „Im Moment sind nur ganz wenige Asset Manager privater Banken im Markt. In zwei bis drei Jahren wird sich das geändert haben“, meint Healy, der vor seinem Eintritt in das Private-Equity-Haus für die Investmentboutique James D. Wolfensohn Inc. tätig war. Der Harvard-Absolvent war wesentlich an die Investitionen von Hellman & Friedman bei der Formel 1 Holding, Prosieben Sat 1 und Axel Springer beteiligt.
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