Die Beteiligungsgesellschaft One Equity Partners (OEP) hat nach jahrelangem Tauziehen doch die Mehrheit an der Münchener Süd-Chemie errungen. Die Private-Equity-Tochter von JP Morgan hat mit der Chemiefirma langfristig einiges vor.
HB MÜNCHEN. OEP habe von der Messerschmitt-Stiftung ein Aktienpaket von gut neun Prozent erworben und zusätzlich zwei Prozent am Markt gekauft, teilte der Investor am Donnerstag mit. Damit halte die Private-Equity-Tochter von JP Morgan nun gut 50 Prozent.
Die Strategie der traditionsreichen Chemiefirma solle nicht verändert werden, hieß es. Es bestehe auch keine Absicht, das auf Umwelt- und Verfahrenschemie spezialisierte Unternehmen von der Börse zu nehmen. „Langfristig ist ein Ausstieg über die Börse geplant“, sagte ein OEP-Sprecher. Dies sei auch mit der Messerschmitt-Stiftung so vereinbart. Damit käme OEP dem Wunsch des Süd-Chemie-Chefs Günter von Au nach.
OEP hatte sich Mitte 2005 die Anteile der Allianz, der BayernLB und der Possehl-Gruppe von zusammen 39 Prozent für 35 Euro je Aktie gesichert und den verbleibenden Aktionären den gleichen Betrag geboten. Der Vorstand hatte die Offerte damals als zu gering abgelehnt. Auch die Messerschmitt-Stiftung hatte das Angebot der Amerikaner schroff zurückgewiesen. „Mit dem Kurs können sie heimgehen. Da brauchen sie gar nicht erst zu bieten“, hatte Stiftungschef Hans-Heinrich von Srbik erklärt. Inzwischen ist das Papier - auch dank stark steigender Unternehmensgewinne - an der Börse fast 95 Euro wert.
Die Stiftung des verstorbenen Flugzeug-Unternehmers und NS-Kampfflieger-Konstrukteurs Wilhelm Messerschmitt habe sich „im Rahmen einer Diversifizierung des Portfolios“ entschieden, ihre Süd-Chemie-Anteile nun doch an OEP zu verkaufen. „Außerdem bleibt die Messerschmitt-Stiftung wirtschaftlich am zukünftigen Erfolg der Süd-Chemie in einem Umfang beteiligt, der zwei Prozent des Aktienkapitals entspricht“, hieß es.
Für das laufende Jahr rechnet die Süd-Chemie mit einem Umsatz von rund 1,1 Mrd. Euro und einem operativen Gewinn (Ebit) von rund 100 Mill. Euro. Das Unternehmen hat zuletzt eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie aus.

