Europas größte Bank HSBC muss sich gegen einen aggressiven Investor wehren. Der New Yorker Finanzier Eric Knight hat sich mit weniger als einem Prozent an HSBC beteiligt und fordert vom Management eine Änderung der Strategie und der Führungsstruktur.
mm/LONDON. Knight ist bekannt für seine Attacken auf Unternehmen, unter anderem zwang er den Ölkonzern Shell zu einer Änderung der Unternehmensstruktur. Für seinen Angriff auf die britische Bank hat sich Knight bereits die Unterstützung des mächtigen US-Pensionsfonds Calpers gesichert.
Das Management von HSBC steht seit Monaten unter Druck. Wegen der Kreditkrise in den USA musste die Bank im Frühjahr 1,75 Mrd. Pfund für faule US-Hypothekenkredite zurücklegen. Außerdem hatten Aktionäre die hohen Investitionen ins Investmentbanking kritisiert und eine stärkere Konzentration auf die traditionellen Stärken der Bank in den Emerging-Markets gefordert.
Der Angriff von Knight erinnert an eine ähnliche Attacke des britischen Hedge-Fonds TCI auf die niederländische Großbank ABN Amro. Die Vorwürfe des Fonds machten aus dem Traditionshaus innerhalb weniger Wochen ein Übernahmeziel.
Mit ähnlichen Folgen rechnen Analysten im Fall von HSBC allerdings nicht. Die Aktie der Bank reagierte am Freitag kaum auf die Attacke. „Die Absichten von Knight sind unklar, das Timing wirkt merkwürdig, die ganze Affäre ist bizarr“, kommentierte Analyst Antony Broadbent von Sanford C. Bernstein den Vorstoß. Andere Experten wiesen darauf hin, dass HSBC in den vergangenen Monaten bereits auf die Vorwürfe der Aktionäre reagiert und seine Strategie angepasst habe.

