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17.10.2007 
Kampagne gegen Großbank

US-Investor knöpft sich HSBC-Manager vor

Der US-Investor Eric Knight verschärft seine Kampagne gegen HSBC: Knight wirft Europas größter Bank eine falsche Strategie im Privatkundengeschäft sowie massive Wertvernichtung im Investment-Banking vor und dringt auf eine radikale Reform und Änderungen in der Führungsmannschaft. Und offenbar findet er immer mehr Verbündete.

Die Attacke auf HSBC wird von der Finanzszene aufmerksam verfolgt. Foto: APLupe

Die Attacke auf HSBC wird von der Finanzszene aufmerksam verfolgt. Foto: AP

mm LONDON. Auf ganzseitigen Zeitungsanzeigen konnte das Management von HSBC am gestrigen Dienstagmorgen lesen, was der aggressive US-Investor Eric Knight von Europas größter Bank hält: „Man muss dem Kaiser klar machen, dass er keine Kleider anhat.“ HSBC müsse zu radikalen Änderungen bereits sein, heißt es in dem in den Medien publizierten offenen Brief

Knights Investmentgesellschaft Knight Vinke hatte seine Attacke auf die britische Bank bereits vor einigen Wochen gestartet. Der Fonds ist selbst nur mit rund 0,3 Prozent an HSBC beteiligt, konnte mit den beiden großen US-Pensionsfonds Calpers und Calsters aber bereits zwei mächtige Verbündete gewinnen. In den vergangenen Wochen traf sich Knight mit 40 weiteren Großanlegern von HSBC, um sie von seinen Zielen zu überzeugen – nach eigenen Angaben mit gutem Erfolg. Jetzt sei die Zeit des Schweigens vorbei, machte Knight in einem Interview mit der britischen Zeitung „Times“ klar. Seine Kampagne stehe erst am Anfang. Knight Vinke gilt als seriöser und auf langfristige Ziele ausgerichteter Investor mit beachtlichen Erfolgen. 2004 setzte der Fonds beispielsweise einen Umbau des Ölriesen Shell durch.


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In der Finanzszene sorgt die Attacke auf HSBC vor allem deshalb für Aufmerksamkeit, weil sie dem Angriff des Hedge-Fonds TCI auf die niederländische Traditionsbank ABN Amro ähnelt. Die massiven Vorwürfe von TCI gegen das ABN-Management hatten das Institut innerhalb weniger Wochen zum Übernahmeziel und zum Objekt einer Bieterschlacht mit einem Wert von mehr als 70 Mrd. Euro gemacht.

Anders als TCI geht es Eric Knight aber nach eigenen Angaben nicht um die Zerschlagung von HSBC, sondern um eine stärkere Ausrichtung der Bank auf das Geschäft in den Schwellenländern und einen größeren Beitrag des Versicherungsgeschäfts zum Gesamtgewinn. Im Investment-Banking sieht Knight HSBC ebenfalls auf dem falschen Weg. Die massiven Investitionen der Vergangenheit hätten sich nicht ausgezahlt. Die britische Bank müsse entweder ihr Engagement deutlich zurückfahren oder den Bereich mit einer anderen Bank fusionieren, um die kritische Größe zu bekommen.

HSBC wehrt sich gegen die Vorwürfe und lehnt Knights Forderungen ab. Auch einige Großaktionäre sehen den Vorstoß des Investors mit Verwunderung. HSBC habe bereits vor der Attacke von Knight auf die Kritik der Aktionäre reagiert und beispielsweise die milliardenschweren Investitionen in das Investment-Banking gestoppt.

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