Der auf Mittelständler spezialisierte Finanzinvestor DBAG erwägt, seinen Aktionären erneut eine Rekorddividende auszuschütten. Zudem äußerte sich der Vorstand zu den Auswirkungen der Kreditkrise auf das Private-Equity-Geschäft.
HB FRANKFURT. "Das abgelaufene Geschäftsjahr war ein überaus erfolgreiches“, sagte Wilken Freiherr von Hodenberg, Chef der Deutsche Beteiligungs-AG (DBAG),
dem Handelsblatt. "Man kann sicherlich darüber nachdenken, ob wir eine Ausschüttungssumme wie im vergangenen Jahr vorsehen sollten.“ Letztlich entscheide aber der Aufsichtsrat.
Für das Geschäftsjahr 2005/06 (zum 31. Oktober) hatten die DBAG-Eigner
drei Euro Dividende je Aktie erhalten – in Summe 45,5 Millionen Euro. Weil der Finanzinvestor seither rund fünf Prozent seiner Aktien eingezogen hat, würde selbst eine konstante Ausschüttungssumme den Betrag je Anteilsschein steigen lassen.
Von Hodenberg schloss weitere Ausstiege aus Portfolio-Unternehmen vorerst aus. Bis zum Jahresende sei dies kein Thema. Auch bei den restlichen 35 Prozent an Homag,
für die Mitte Januar eine Haltefrist ausläuft, hat die DBAG
offenbar keinen Verkaufsdruck. "Derzeit gibt es keinerlei Pläne, sich nach Ablauf dieser Periode von der Homag-Beteiligung
zu trennen“, stellte von Hodenberg klar.
Ob die Finanzkrise im vierten Quartal ihre Spuren bei der DBAG
hinterlassen hat, ist noch offen. Ein Großteil des Ergebnisses stammt aus der Bewertung des aktuell 32 Firmen umfassenden Beteiligungsportfolios. Von Hodenberg warnte aber vor überzogenen Befürchtungen. "Nach unserem jetzigen Wissensstand zeichnet sich ab, dass wir – wenn überhaupt – keinesfalls mit einem dramatischen Bewertungsverfall zu rechnen haben“, sagte er.
Die Auswirkungen der Kreditkrise auf das Private-Equity-Geschäft hält von Hodenberg für begrenzt. Zwar seien die Banken selektiver und würden bei Übernahmen nur noch geringere Verschuldungsgrade akzeptieren, sagte der Manager. "Aber auch wenn die Banken nun etwas zurückhaltender sind, hat sich die Welt für uns nicht verändert“, betonte von Hodenberg. "Wir waren nie diejenigen, die Unternehmen übermäßig mit Schulden belastet haben.“
Ziele für Übernahmen findet die DBAG
von Hodenberg zufolge genügend und profitiert nun zudem von sinkenden Preisen. "Bis zur Jahresmitte war der Markt zumindest in Teilen überhitzt“, räumte der Konzernchef ein. Aktuell arbeite sein Haus an mehreren Transaktionen: "Ich halte es aber eher für unwahrscheinlich, dass wir noch im laufenden Jahr eine Übernahme verkünden können."

