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13.11.2007 
Private-Equity

Banken bremsen große Deals

von Peter Köhler

Die Private-Equity-Branche rechnet nicht mit einer schnellen Normalisierung des Marktes für milliardenschwere Übernahmen. Vor allem die stockende Kreditfinanzierung seitens der Banken wird sich nicht so schnell auflösen, fürchten Experten.

FRANKFURT. "Die Branche wird nicht mit der gleichen Geschwindigkeit weiter wachsen. Private Equity musste sich schon immer den Zyklen anpassen, das war auch so nach dem Platzen der Internetblase, und dieser Prozess wiederholt sich jetzt“, sagte Thomas Krenz, der zum Jahreswechsel bei der Beteiligungsgesellschaft Permira als Chairman in Deutschland fungieren wird. Das Private-Equity-Haus ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und passt deshalb seine Organisationsstruktur an. In Zukunft wird ein neu geschaffener Board die weltweite Langfrist-Strategie bestimmen.

Die Transaktionen der Finanzinvestoren, deren Volumen in Einzelfällen Anfang 2007 einen hohen zweistelligen Milliardenbereich erreicht hatte, sind in diesem Sommer mangels Krediten abrupt abgebremst worden. Und eine Besserung ist derzeit noch nicht spürbar. Im Oktober zählte der Finanzdatenanbieter Thomson Financial lediglich 59 Unternehmenskäufe und -verkäufe im Wert von insgesamt 12,3 Mrd. Dollar in Europa. Damit betrug das Volumen nicht einmal ein Viertel im Vergleich zum Rekordmonat Mai dieses Jahres mit 50,2 Mrd. Dollar.

"Sechs bis neun Monate wird es dauern, bis sich der Stau bei den Kreditfinanzierungen aufgelöst hat“, glaubt Jörg Rockenhäuser, Managing Partner und ab Januar neuer Leiter des deutschen Büros von Permira. Nach Branchenschätzungen sitzen die Banken derzeit weltweit auf Übernahmefinanzierungen von gut 400 Mrd. Dollar, die sie nicht am Kapitalmarkt weiterplatzieren können.

Gleichzeitig zeichnen sich Konsequenzen für das zukünftige Geschäft ab. Krenz sieht vorerst keine Bank, die noch 100 Prozent finanzieren wird, vielmehr würden die Kredite auf mehrere Schultern verteilt. Momentan stelle eine Bank alleine maximal 200 Mill. Euro Kredit bereit. Beteiligungsfonds wie Permira, Apax oder CVC gaben in der Vergangenheit ein Drittel oder weniger Eigenkapital in die Transaktionen, der Rest des Kaufpreises wurde über die Banken gestemmt. Jetzt sehen Experten wieder einen höheren Eigenkapitaleinsatz und strengere Auflagen für neue Kredite voraus.

Gleichwohl bleibt Private Equity eine Anlageklasse, die für institutionelle Investoren attraktiv ist. Mittlerweile sind zum Beispiel auch Staatsfonds zu wichtigen Geldgebern geworden. "Früher waren die Adressen im Nahen Osten, Singapur oder China vielleicht mit einem bis zwei Prozent ihres Vermögens investiert, heute sind es fünf bis zehn Prozent“, schätzt Krenz. Dabei seien die meisten Staatsfonds von Renditeüberlegungen angetrieben und hätten kein primäres politisches Interesse. Auch "Family Offices“ investieren laut einer gestern veröffentlichten Studie des Branchenverbands EVCA kontinuierlich mehr in Private Equity. Die Vermögensverwalter wohlhabender Familien steckten im Durchschnitt zwölf Prozent in Private Equity, der höchste Wert betrage sogar 50 Prozent.

Auch bei den Investments denkt die Branche um, es müssen nicht mehr nur Mehrheitsübernahmen sein. "Wir können auch gut mit Beteiligungen von zehn bis 40 Prozent leben, wenn die Interessen von Aufsichtsrat, Aktionären und Management in eine Richtung gehen“, sagt Krenz. Aus dem laufenden Permira-Fonds über 11,1 Mrd. Euro sind nach Angaben des Finanzinvestors schon 44 Prozent für Investments zugesagt worden.

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