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08.04.2008 
Immobilienmarkt

Blackstone zielt auf deutschen Markt

von Hans G. Nagl

Der US-Finanzinvestor Blackstone will seine Präsenz auf dem deutschen Immobilienmarkt ausbauen. Denn die Amerikaner rechnen damit, dass nach den Übertreibungen und Exzessen der vergangenen Jahre demnächst einige Schnäppchen zu machen sind.

Blackstone-Chef Stephen Schwarzman sorgte jüngst in einem Interview für Irritationen. Foto: ArchivLupe

Blackstone-Chef Stephen Schwarzman sorgte jüngst in einem Interview für Irritationen. Foto: Archiv

FRANKFURT. „Das wird eine interessante Zeit für Investitionen, denn es gibt Investoren, die Druck von ihren Banken bekommen werden“, sagte Chad Pike, der bei Blackstone die europäischen Immobilienaktivitäten leitet, dem Handelsblatt. „Einige von ihnen haben sich höher verschuldet, als sie es hätten tun sollen.“ Das werde dazu führen, dass sich manche der zuletzt am Markt aktiven Käufer zügig von ihren Engagements trennen müssten.

In für die Branche ungewohnt offener Manier weist der Manager damit auf die Exzesse des Immobilienbooms hin. Beispiel Gewerbeimmobilien: Hier wurde in Deutschland 2007 trotz Beginn der Krise im Sommer noch ein Transaktionsvolumen in Rekordhöhe von rund 55 Mrd. Euro erreicht – in etwa eine Verdreifachung binnen zwei Jahren. Zugleich stiegen die Preise kräftig. Denn Kredite wurden von den Banken zuhauf und billig vergeben. Zugleich mussten Käufer immer weniger Eigenkapital einsetzen, was die Bewertungen zusätzlich in die Höhe trieb. „Es gab definitiv eine Blase im deutschen Markt“, urteilt Pike. Blackstone lauert nun auf Gelegenheiten. Dabei spielt es für die Amerikaner keine Rolle, ob es sich um Gewerbeobjekte, Wohnungen oder gar Immobilienkredite handelt. „Wir sind sehr opportunistisch“, sagte Pike. „Und wir arbeiten derzeit an einigen Transaktionen.“ Als Folge der Krise dürften sich nach Einschätzung Pikes in den kommenden Jahren auch einige Banken von Finanzierungsportfolios trennen, um ihre Eigenkapitalausstattung zu verbessern.

Blackstone Real Estate Partners (BREP) hingegen verfügt nach wie vor über mehr als genug Mittel. Erst vor wenigen Tagen schloss der Bereich einen neuen, weltweit aktiven Fonds über 10,9 Mrd. Dollar. Er soll gemeinsam mit regionalen Fonds investieren. Branchenkreisen zufolge sammeln die Amerikaner zudem Geld für ihren dritten europäischen Fonds ein, der im Sommer ein Volumen von drei Mrd. Euro erreichen dürfte. Pike wollte sich hierzu nicht äußern.

Deutschland ist für den Finanzinvestor einer der wichtigsten Märkte. Seit 2003 wurden rund vier Mrd. Euro investiert, derzeit befindet sich rund ein Viertel des verwalteten europäischen Vermögens hierzulande. „Wenn ich eine Schätzung wagen müsste, dürfte sich dieser Anteil eher noch erhöhen“, sagte Pike. 2003 kaufte der Investor 51 Objekte der Deutschen Bank für 1,1 Mrd. Euro. Ein Jahr später folgte der Kauf von 31 000 Wohnungen der WCM-Gruppe. Blackstone hat jedoch die hohen Preise genutzt und sich mittlerweile bereits wieder mehrheitlich von dem Portfolio getrennt. Eher unbekannt ist, dass die Amerikaner hierzulande deutlich über eine Mrd. Euro in Hotelobjekte investiert haben.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Blackstone-Chef sorgt für Irritation am Markt.

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