In den USA ist im Zuge der Kreditkrise eine weitere Milliardenübernahme geplatzt. Der Kreditkarten-Dienstleister Alliance Data Systems erklärte die knapp sieben Milliarden Dollar schwere Offerte der Beteiligungsgesellschaft Blackstone für gescheitert. Blackstone verteidigt sich nun gegen Angriffe.
HB NEW YORK. Blackstone habe die Verhandlungen mit den Regulierungsbehörden in die Länge gezogen und dadurch einen Abschluss des Geschäfts verhindert. Alliance Data habe den Finanzinvestor deshalb am Freitag auf 170 Millionen Dollar Vertragsstrafe verklagt.
Blackstone wies die Vorwürfe als haltlos zurück und kündigte an, sich energisch dagegen zur Wehr zur setzen. Das Unternehmen habe seine vertraglichen Pflichten vollständig erfüllt und "jede Anstrengung unternommen, um zu einer zufriedenstellende Lösung mit der Bankenaufsicht zu gelangen", erklärte ein Sprecher am Wochenende. Leider habe dies jedoch nicht zu einem Abschluss der Übernahme innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens geführt, weshalb man den Fusionsvertrag für nichtig erklärt habe.
Die Zustimmung der Bankenaufsicht OCC war ein wichtiger Stolperstein bei der Übernahme gewesen. Nach früheren Angaben von Blackstone hatte die Behörde dem Konzern unerfüllbare Haftungspflichten auferlegt. Alliance gab an, Blackstone deshalb ein Entgegenkommen beim Übernahmepreis angeboten zu haben. Die Beteiligungsgesellschaft habe aber weitere Zugeständnisse gefordert. Alliance hatte im Januar schon einmal versucht, den Vollzug der Übernahme gerichtlich zu erzwingen, die Klage dann jedoch wieder fallengelassen.
Die Kreditkrise hat bereits die 20-Milliarden-Übernahme des Radiobetreibers Clear Channel Communications in Gefahr gebracht und mehrere andere Geschäfte scheitern lassen. Davon waren etwa der Audiogerätehersteller Harman International Industries, der Baumaschinen-Verleiher United Rentals und der Studentenkreditgeber Sallie Mae betroffen.

