0 Bewertungen
24.10.2007 
Angreifer Algebris gehört zum Umfeld von TCI

Hedge-Fonds setzt Generali unter Druck

von Katharina Kort und Michael Maisch

Italiens größter Versicherer Generali ist ins Visier des britischen Hedge-Fonds Algebris geraten. In einem Brief fordert Algebris das Management auf, durch Übernahmen Wert zu schaffen und die Corporate Governance zu reformieren.

Italiens größter Versicherer Generali ist ins Visier des britischen Hedge-Fonds Algebris geraten.Lupe

Italiens größter Versicherer Generali ist ins Visier des britischen Hedge-Fonds Algebris geraten.

MAILAND/LONDON. Algebris läutet damit eine neue Ära in Italien ein. Denn bisher waren Italiens Unternehmen und Finanzhäuser von den Attacken der Hedge-Fonds verschont geblieben. Anders als in den Niederlanden oder Deutschland, wo Hedge-Fonds etwa bei ABN Amro und Deutschen Börse ihre Spuren hinterlassen haben, waren die Machtspielchen in Italien meist von italienischen Investoren bestimmt. Die Aktie legte am Mittwoch aufgrund der ersten Gerüchte um knapp drei Prozent zu.

Bei Algebris handelt es sich um einen Londoner Hedge-Fonds, der sich auf Investitionen in Finanzdienstleister spezialisiert hat und der nach Informationen aus Finanzkreisen zum Einflussbereich von Chris Hohn gehört. Hohn ist der Gründer des Hedge-Fonds TCI, der sich zuletzt mit seiner spektakulären Attacke auf die niederländische Traditionsbank ABN Amro profiliert hat.

In einem Brief hatte Hohn Anfang dieses Jahres das Management von ABN scharf angegriffen und eine Aufspaltung des Instituts gefordert. Wenige Wochen später entbrannte um die niederländische Bank die größte Bieterschlacht der Finanzgeschichte, aus der erst vor kurzem ein Konsortium rund um die Royal Bank of Scotland als Sieger hervorging.

Den Informationen aus Finanzkreisen zufolge gehört TCI zu den wichtigsten Investoren von Algebris. Hinter dem Hedge-Fonds, der jetzt Generali angreift, steht Davide Serra, ein ehemaliger Staranalyst der Investmentbank Morgan Stanley. In London halten sich hartnäckig Gerüchte, dass es Serra war, der die Idee mit der Aufspaltung von ABN Amro entwickelte und diesen Plan im Frühsommer 2006 TCI-Gründer Hohn vorschlug, der sie dann aufgriff und umsetzte. Zum Dank habe TCI für die Anschubfinanzierung gesorgt, als sich Serra im vergangenen August mit Algebris selbständig machte. Später beteiligte sich Algebris selbst an ABN und gehört zu den Profiteuren des Übernahmekampfes. Den Informationen zufolge kauften die Hedge-Fonds bereits im September 2006 die ersten ABN-Aktien, bevor sie im Dezember des vergangenen Jahres ihre Position deutlich ausbauten.

Im vergangenen Jahr verwaltete Algebris rund 530 Mill. Dollar. TCI betreut derzeit nach Berechnungen des Wirtschaftsmagazins Barrons rund fünf Mrd. Dollar.

Aktivistische Hedge-Fonds wie TCI und Algebris sind seit einigen Monaten auch ins Visier der britischen Finanzaufsicht FSA geraten. Den Aufsehern bereiten vor allem die Fälle Sorgen, in denen mehrere Fonds gemeinsame Sache machen. Sollten sich Hedge-Fonds hinter den Kulissen absprechen, um von der Attacke auf ein Unternehmen zu profitieren, könne es sich um verbotene Marktmanipulation handeln, warnt die FSA.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Illegale Kooperationen geprüft

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Ergo droht Umbau

23.07.2008
Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Phoenix-Anleger müssen sich gedulden  Artikel in Merkliste

23.07.2008

Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen gerät unter Druck: Die Behörde braucht dringend Geld, um die rund 30 000 Anleger des insolventen Optionshändlers Phoenix Kapitaldienst zu entschädigen, Sie waren Opfer des größten Kapitalanlagebetrugs der Nachkriegsgeschichte. Artikel


Anzeige