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12.07.2006 
Zum 200. Geburtstag

Hintergrund: Wie Liechtenstein sich seine Unabhängigkeit erkämpfte

Vor 200 Jahren wurde das Fürstentum Liechtenstein in den von Napoleon I. initiierten Rheinbund aufgenommen und damit erstmals als eigenständiger Staat anerkannt. Das Jubiläum wird am heutigen Mittwoch mit dem „Tag der Souveränität“ gefeiert. Ein Rückblick auf die bewegte Vergangenheit.

HB VADUZ. Zu Zeiten des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation war Liechtenstein ein Fürstentum, das direkt dem Kaiser unterstellt war. Mit dem Zerfall des Staatengebildes im Jahr 1806 wurde das Fürstentum souverän und trat dem Rheinbund bei. Von 1815 an war Liechtenstein Mitglied des Deutschen Bundes. Nach dessen Auflösung im Jahr 1866 blieb das Land ein unabhängiger, neutraler Staat.

Zur Bewahrung dieser Unabhängigkeit musste viel gekämpft und viel verhandelt werden. Die Mitglieder des Völkerbundes – des Vorgängers der Vereinten Nationen – hatten es noch 1920 abgelehnt, das Land aufzunehmen. Argumentiert wurde damals, ohne Botschaften im Ausland, ohne eigene Währung und ohne eigene Post könne von einem souveränen Staat keine Rede sein.

Ein Durchbruch auf internationalem Parkett erfolgte drei Jahrzehnte später. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag nahm Liechtenstein 1950 als Mitglied auf. 1975 unterzeichnete das Land die KSZE-Schlussakte von Helsinki. Drei Jahre danach erfolgte der Beitritt zum Europarat. In der Geschichtsschreibung wird dies als Wendepunkt eingestuft: Zuvor hatte sich das Land außenpolitisch kaum engagiert.

Seit 1990 ist das Fürstentum mit knapp 35 000 Einwohnern in den Vereinten Nationen, seit 1991 Vollmitglied der EFTA. Jüngste Meilensteine in der Außenpolitik waren die Beitritte zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und zur Welthandelsorganisation (WTO), die 1995 erfolgten.

Heute ist Liechtenstein eine konstitutionelle Erbmonarchie mit Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein an der Spitze. Er hat die Staatsgeschäfte Erbprinz Alois übertragen. Außenpolitisch wird das Land zumeist von der Schweiz vertreten. Währung ist der Schweizer Franken. Und ebenso wie die Schweiz kennt das Land ein rigides Bankgeheimnis, das es zum Anziehungspunkt für internationales Kapital und Finanzdienstleister macht.

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