Nach Informationen des Handelsblatts ist ein Manager der Liechtensteiner Tochter der Schweizer Privatbank Vontobel vor seinem Antritt bei Vontobel bei der LGT beschäftigt gewesen. Wie unter Vermögensverwaltern üblich hat er mit dem Wechsel auch einen Großteil seiner Kunden mitgenommen.
Vontobel Private Banking in Zürich: Eine Tochter der Schweizer Privatbank könnte bereits ins Visier der deutschen Steuerfahnder geraten sein. Foto: ap
VADUZ/ZÜRICH. Dadurch dürfte sich auf den Daten über die LGT, die den deutschen Fahndern in die Hände gefallen sind, auch Informationen über Kunden befinden, die heute ihr Vermögen von der Liechtensteiner Vontobel Tochter betreuen lassen.
In der Schweiz und in Österreich sorgt der Streit zwischen Deutschland und Liechtenstein um Schwarzgeldkonten inzwischen für Unruhe. Beide Länder haben genauso wie Luxemburg und auch Belgien mit der EU im Jahr 2004 ausgehandelt, dass sie Konten von Ausländern führen dürfen, in die ausländische Finanzbehörden in der Regel keinen Einblick haben, und im Gegenzug eine pauschale Steuer auf Zinserträge an die Heimatländer der Kontoinhaber überweisen. Allein Deutschland erhielt aus dieser Steuer nach Schweizer Angaben im vergangenen Jahr rund 280 Millionen Euro.
Mit dem Verweis auf dieses und andere Abkommen hält der Schweizer Finanzminister Hans-Rudolf Merz sein Land für nicht betroffen. Er räumt aber ein, dass Liechtensteinische Stiftungen Geld auf Schweizer Konten verwalten. Auch sein österreichischer Kollege Wilhelm Molterer verweist auf das Abkommen. Kritik daran, so sagt er, würde er sich allenfalls von unabhängigen Organisationen wie der OECD anhören.
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Vontobel sieht sich nicht im Visier der Ermittler
Die Vontobel Treuhand AG im Fürstentum Liechtenstein erklärte derweil am Dienstag, dass bei ihr weder Kundendaten entwendet noch missbräuchlich verwendet worden sind. Mit dieser Stellungnahme reagierte die Tochtergesellschaft der Zürcher Bank Vontobel auf einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, wonach sie wegen der Steueraffäre im Visier der Staatsanwaltschaft Bochum sei.
Im Fokus der deutschen Steuerbehörden stünden nach wie vor die Kundendaten aus dem bereits bekannten Datensatz mit Informationen bis ins Jahr 2002, der bei einem liechtensteinischen Finanzinstitut entwendet worden sei, heißt es in der kurzen Stellungnahme der Vontobel Treuhand AG weiter.
Ein Sprecher der Bank Vontobel in Zürich hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Staatsanwaltschaft Bochum an der Medienkonferenz vom Dienstag keine Namen, auch nicht jenen der Vontobel Bank, bestätigt habe. Gerüchte würden von der Bank grundsätzlich nicht kommentiert.
Den Bericht der „Süddeutschen“ wollte Staatsanwaltschafts-Sprecher Eduard Güroff in Bochum „weder bestätigen noch bestreiten“. Andreas Venditti, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), hält indes den Bericht für glaubhaft. Die meisten Schweizer Institute hätten Tochtergesellschaften, die auf die Gründung von Stiftungen und Trusts für Kunden in Liechtenstein spezialisiert seien, sagte der Experte am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Der Aktienkurs der Bank war durch den Pressebericht eingebrochen.
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Ermittler: Millionen fließen von deutschen Liechtensteinkonten nach Asien und Cayman Islands
Gut 40 Millionen Euro von deutschen Geheimkonten in Liechtenstein sind in den vergangenen zwölf Monaten an asiatische Bankenplätze und an Banken auf die Cayman Islands und Bahamas überwiesen worden, berichtet die WirtschaftsWoche in ihrer Online-Ausgabe » wiwo.de. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen sei es schwierig für den deutschen Fiskus, dieses Geld wieder zurückzuholen. Die Cayman Islands seien als Paradies für Steuersünder angeblich sehr viel sicherer, heißt es aus Ermittlerkreisen, da Banken auf den Cayman Islands sich im geringeren Umfang elektronischer Datenbanken für die Speicherung von Details aus Kundenkreisen bedienten. Aus Kreisen von Finanzämtern in Hamburg, Berlin und München heißt es, es würde nicht nur eine Flut von Selbstanzeigen, sondern auch auch Anzeigen von Familienmitgliedern angeblicher Steuersünder bei den Ämtern eingehen.
Inzwischen hat die Liechtensteiner Polizei eine 20-köpfige Sonderkommission gebildet, um undichte Stellen in Liechteinsteiner Banken zu suchen. "Wir arbeiten im Auftrag der Liechtensteiner Staatsanwaltschaft", sagt Polizeisprecherin Tina Enz der WirtschaftsWoche.

