Die deutschen Unternehmen haben nach den Worten von Lutz Becker, Managing Partner bei Angermann M & A International, zurzeit „volle Kassen, die Eigenkapitalquote stimmt, und bei der Finanzierung bekommen sie von den Banken faire Konditionen“. Hierzulande sind nach der Beobachtung von Drill die Bewertungen etwas heruntergekommen und pendelten sich auf einem normalen Niveau wieder ein. Das sei etwa im Maschinenbau ein Preisniveau von maximal fünfmal das Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen sowie Amortisationen.
Doch nicht nur deutsche Mittelständler blicken ins Ausland. „Wir werden aus Schwellenländern weiter kleine und mittelgroße Transaktionen sehen. Durch diese Schritte sollen neue Marken hinzugewonnen und Technologien sowie Know-how allgemein aufgebaut werden“, urteilt Deutschbanker Fürst.
Viele Transaktionen bei Verkäufen heimischer Unternehmen würden diskreter vermarktet als noch in den Boomjahren, hat Richard Markus, Ko-Chef der Investmentbank Jefferies in Deutschland. Dadurch sollen bei einem Fehlschlag zu starke negative Folgen vermieden werden. Aber ausländischer Käufer seien in der Regel bereit, 20 bis 30 Prozent höhere Preise zu bezahlen, stellt Becker fest. Er sieht gerade in Branchen wie Autozulieferer, Maschinenbau und Umwelttechnologie großes Interesse.
