0 Bewertungen
19.02.2008 
Fauxpas in der Post-Postille

Zumwinkel und die Mär vom Benimm-Kodex

von Axel Granzow

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Die Deutsche Post hat nach dem Steuerskandal um Klaus Zumwinkel mit dem bisherigen Logistikvorstand Frank Appel nicht nur einen neuen Chef. Dem Konzern unterlief auch noch ein peinlicher PR-Patzer: Nach seinem schnellen Abgang meldet sich der frühere Vorstandsvorsitzende via Mitarbeiterzeitung zu Wort – und das völlig unpassend.

Den 'Code of Conduct' der Post hatte Klaus Zumwinkel offenbar nicht bis zum Ende gelesen. Foto: ap  Lupe

Den 'Code of Conduct' der Post hatte Klaus Zumwinkel offenbar nicht bis zum Ende gelesen. Foto: ap

DÜSSELDORF. Ausgerechnet in der aktuellen Mitarbeiter-Zeitung lässt sich der Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel über den Führungsstil von Top-Managern aus: „Führungskräfte sind Vorbilder“. Sie müssten Werte vorleben, deren Qualität man erst in der Krise erkenne. Zumwinkel musste wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung den Hut nehmen. Das nennt man dann wohl Ironie der Geschichte.

Die Mitarbeiter-Zeitung „Premium Post“ hat eine Auflage von rund 400 000 Exemplaren und erscheint acht Mal im Jahr. Nur einige Tage nach Redaktionsschluss der aktuellen Ausgabe klopften morgens gegen sieben Uhr die Steuerfahnder an Zumwinkels Haustür im noblen Kölner Villenvorort Marienburg. Die Post zählt weltweit über 500 000 Mitarbeiter.

Eine Post-Sprecherin gibt sich zerknirscht. „Das Ding war einfach nicht mehr zu stoppen.“ Es sei klar, dass der Bericht angesichts der aktuellen Entwicklung komisch wirke. Ende der Woche sollen die Mitarbeiter ein Update aus der Führungsetage erhalten - möglicherweise frei nach dem Motto: „Hätte ich doch unsere sieben Konzern-Benimmregeln, den Code of Conduct, bis zum Ende gelesen.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Hätte Zumwinkel die Regeln des Konzerns zu Ende gelesen ...

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterKöpfe

Segler auf rauer See  Artikel in Merkliste

Dem Hobby-Segler Richard Syron bläst der Wind oft rau ins Gesicht. Beruflich lief es für den Freddie-Mac-Chef bisher besser: Doch seit Ausbruch der Subprime-Krise steuert sein Unternehmen durch schwere Gewässer und "Kapitän Syron" wird öffentlich kritisiert. Vor allem, weil er ein ungewöhnlich hohes Gehalt bezieht. Artikel


Anzeige