UnternehmenHandel + Dienstleistungen
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
 HANDELSBLATT, Mittwoch, 26. März 2008, 09:24 Uhr
Bedeutende Rolle für Ex-Chef von Hugo Boss

Finanzinvestor Apax greift nach Escada


Der britische Finanzinvestor Apax bereitet den Einstieg beim Münchener Modekonzern Escada vor. Mit dabei sein soll in exponierter Stellung ein alter Bekannter: Bruno Sälzer, bis vor einigen Wochen noch Chef von Hugo Boss. Auch Apax hat einschlägige Erfahrung in der Branche.



Models zeigen Mode von Escada. Foto: ap
Bild vergrößernModels zeigen Mode von Escada. Foto: ap

DÜSSELDORF. Der britische Finanzinvestor Apax will bei Escada einsteigen und gemeinsam mit dem russischen Großaktionär Rustam Aksenenko die Mehrheit an dem Münchener Modekonzern übernehmen. Neuer Vorstandschef soll der bisherige Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer werden. "Apax will sich nicht nur finanziell an Escada beteiligen, sondern auch ein neues Management mit einbringen", sagte ein Insider aus Verhandlungskreisen dem Handelsblatt. Die neue Eigentümer-Konstellation soll bis zur Escada -Hauptversammlung am 17. April stehen.

Sälzer hatte erst Mitte Februar den Vorstandsvorsitz bei Deutschlands größtem Modekonzern Hugo Boss aufgegeben. Er wollte die vom neuen Eigentümer, dem Finanzinvestor Permira, geforderte Sonderausschüttung nicht mittragen. Sälzer, dessen Vertrag bei Boss noch bis Ende Juni läuft, könnte den neuen Job Anfang Juli antreten. Die von ihm noch nachträglich für 730 000 Euro unterschriebene Konkurrenzausschlussklausel gilt nur für bestimmte Marken. Nach Informationen aus Konzernkreisen zählt der Schneider von Damenluxusmode, Escada, offenbar nicht dazu. Sälzer sagte dem Handelsblatt, er wolle "diese Gerüchte nicht kommentieren".


Bildergalerie Bildergalerie: Modemarken in der Hand von Finanzinvestoren


Der seit 2007 amtierende Escada -Vorstandschef Jean-Marc Loubier, der vom französischen Luxusgüterkonzern LVMH nach München gekommen war, hat dort bisher keine glückliche Hand bewiesen. Der Franzose hatte die jüngste Herbst-Winter-Kollektion öffentlich schlechtgeredet, was deren Verkauf nicht befördert hatte. Ende Februar musste er eine tiefrote Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr präsentieren. Bei rückläufigen Erlösen von 686 Mill. Euro belief sich der Verlust auf 27,3 Mill. Euro. Auch das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres enttäuschte Analysten und Anleger (siehe Grafik).

Die Aktie des 1976 gegründeten und einst größten und international bekanntesten deutschen Modekonzerns hat in den vergangenen Monaten dramatisch an Wert verloren. Im Sommer lag der Kurs noch bei über 35 Euro, inzwischen notiert die Aktie des SDax-Konzerns bei rund 13 Euro. Am Mittwoch legte sie zu Handelsbeginn um fast 18 Prozent auf 15,50 Euro zu.

In der Branche wird die Krise von Escada mit Kopfschütteln beobachtet. Die Marke besitzt international viel Potenzial. "Escada hat seit 15 Jahren ein echtes Managementproblem. Wie man mit so einer Marke so wenig Geld verdienen kann, ist mir ein Rätsel", sagt Xaver Zimmerer, geschäftsführender Gesellschafter der M&A-Beratung Interfinanz.

Dass die jüngsten Restrukturierungsbemühungen von Escada -Chef Loubier nicht überzeugen konnten, haben Aktionär Aksenenko und der neue Aufsichtsratschef Claus Mingers finanziell zu spüren bekommen. Beide hatten 2007 zu Kursen von über 30 Euro im großen Stil Aktien gekauft: Mingers für über 250 000 Euro, Aksenenko für noch einmal rund fünf Mill. Euro.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Apax könnte zu günstigen Kursen einsteigen


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Kein Stellenabbau bei GfK nach Fusion mit TNS(09.05. 14:22)
Exklusivmeldung Jetzt erst mal in Urlaub(08.05. 20:06)
Artikel Lufthansa erhöht Treibstoffzuschläge nochmals(08.05. 16:38)
Artikel Tui-Chef gewinnt Machtkampf(08.05. 08:19)
Exklusivmeldung Post wird künftig Abendboten einsetzen(07.05. 18:19)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

HANDELSBLATT-TICKER

Alle News     Alle Indizes     RSS

TECHNOLOGIE
ArtikelDie Netz-Milliardäre
BildergalerieWasserwüste Sahara
ArtikelNavi mit Grips
Lesen Sie aktuell auf   
Toyota verlässt die Überholspur ? wie beeinflusst dies die Marke?
Vier Jahre Haft für Alexander Falk
» weitere Meldungen
KÖPFE
09.05. 18:12 Neuer Chef für Bahn-Gewerkschaft Transnet
Nachfolger des zurückgetretenen Transnet-Chefs Norbert Hansen wird sein bisheriger Stellvertreter Lothar Krauß. Das fünfköpfige Spitzengremium der Bahngewerkschaft nominierte den 52-Jährigen am Freitag auf einer Sondersitzung in Frankfurt am Main. Mit seiner Meinung zur Privatisierung des Konzerns hält er nicht hinter dem Berg.
09.05. 11:03 Heinz Schimmelbusch kehrt zurück
Sein Abschied war spektakulär, seine Rückkehr erfolgt fast unbemerkt. Als Heinz Schimmelbusch (63) vor 15 Jahren fluchtartig die Bundesrepublik verließ, blieben 1,6 Milliarden Euro Schulden zurück, das pleitebedrohte Paradeunternehmen Metallgesellschaft (MG) und eine düpierte Deutsche Bank als Großaktionär. Nun steht der Österreicher wieder an der Spitze einer deutschen AG.
09.05. 07:02 Viel Lob für den Gejagten
Was musste sich Norbert Reithofer in den vergangenen Wochen nicht alles an Kritik anhören. Die einen warfen dem BMW-Chef vor, er würde angesichts der schwachen Rendite auf Jahre nur noch die Rücklichter der Konkurrenten Audi und Mercedes sehen. Andere kritisierten den massiven Stellenabbau, mit dem der Manager die Kosten drücken will. Rückhalt gibt es von den Aktionären.
ArtikelTransnet-Chef Hansen will in den Bahn-Vorstand  (08.05)
ArtikelYahoo lässt den Mann fürs Grobe ran  (08.05)
ArtikelDer Muster-Patron  (08.05)
BILDERGALERIEN
Bildergalerie  Einmal Sterne und zurück
Von einer „Hochzeit im Himmel“ spricht Jürgen Schrempp, als er vor zehn Jahren, am 7. Mai 1998, die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler zur „Welt AG“ verkündet. „Wir können es jetzt mit jedem aufnehmen.“ Heute ist die Unternehmensehe längst geschieden. Einmal Sterne und zurück – die wichtigsten Meilensteine der Verbindung. Und: Wie Daimler und Chrysler heute dastehen.

Tino Andresen und Carsten Herz
Bildergalerie  Showdown im Machtkampf bei Tui
Die heutige Hauptversammlung des Touristikkonzerns verspricht turbulent zu werden: Großaktionär John Fredriksen will den Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Krumnow abwählen lassen. Tui-Chef Michael Frenzel könnte das mit Hilfe seiner Unterstützer verhindern. Doch auch Frederiksen steht nicht alleine da. Wie die Fronten verlaufen und wer die wichtigsten Akteure sind.

Von Sönke Iwersen und Eberhard Krummheuer
Bildergalerie  Die wertvollsten Banken Europas
Die Finanzkrise wirkt sich massiv auf die Börsenwerte der europäischen Großbanken aus. Auch Rezessionsängste und enttäuschende Quartalszahlen verschrecken die Anleger. Das wirbelt die Rangfolge der Kreditinstitute durcheinander. Die Top ten der wertvollsten Banken Europas und wo die deutschen Institute stehen.

Bildergalerie  Die spektakulärsten Banken-Schieflagen seit 1974
Die deutsche Bankenszene hat schon so manchen Tiefschlag wegstecken müssen: Immer wieder gab es spektakuläre Pleite und bemerkenswerte Schieflagen von Instituten, die für Schlagzeilen sorgten. Ein Überblick über einige der spektakulärsten Fälle seit 1974.

Bildergalerie  28 Milliarden für die Anleger
Mit 28 Milliarden Euro schütten die Dax-Konzerne in diesem Jahr so viel Geld aus wie noch nie. Trotzdem gibt es auf den Hauptversammlungen Anlass, kritisch nachzuhaken – denn ob die Unternehmen auch im nächsten Jahr noch auf Rekordniveau verteilen, ist fraglich. Welche Konzerne die höchste Dividendenrendite aufweisen – und welche Fragen die Aktionäre welchem Unternehmen unbedingt stellen sollten.

Bildergalerie  Was Dax-Konzerne ihren Aufsehern zahlen
Die wachsende Professionalisierung deutscher Aufsichtsräte zahlt sich für die Mitglieder der Kontrollgremien in barer Münze aus. Die 30 Dax-Firmen ließen sich ihre Chefaufseher im vergangenen Jahr durchschnittlich 15 Prozent mehr kosten als im Vorjahr. Doch die Bezüge unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen enorm – ein Ranking.

Business-Wissen
Die neuesten Managementbücher, Fallstudien und Forschungsergebnisse von der Handelsblatt-Redaktion für Sie ausgewählt und auf den Punkt gebracht.
Dax-30-Klickspiel
AUSSENWIRTSCHAFT
ArtikelMerkel lenkt den Blick auf Lateinamerika
ArtikelEnergiemarkt lockt Investoren
ArtikelDas Kreuz mit der Inflation
BUSINESS-MONITOR
ExklusivmeldungTop-Manager fordern Vereinfachung des Steuersystems
ArtikelGroße Trends, große Chancen
ExklusivmeldungUnternehmen rüsten sich gegen Währungsrisiken
MARKTINFORMATIONEN
 DAX 7.003,17 -0,97%
 L-Dax 6.999,30 -1,10%
 TecDAX 835,29 -1,32%
 L-TecDAX 832,91 -1,67%
 Dow 12.752,80 -0,89%
 Nasdaq 1.955,43 -0,58%
 Nikkei 225 13.655,34 -2,06%
 DJGTitans 191,80 -1,38%
 Euro(USD) 1,5460 +0,38%
 Euro-Bund 115,22 +0,60%
 Gold NY 877,00 +1,01%
 Rohöl ($/B) 121,81 -0,40%
DAX 30 TOPS+FLOPS
 E.ON 127,28 +1,34%
 Dt. Telekom 11,850 +0,85%
 Adidas AG 44,49 +0,63%
 BMW 36,250 -3,97%
 Dt. Börse 98,00 -4,02%
 Linde 91,97 -4,84%
MARKTBERICHTE
ArtikelDax schließt mit über 7 000 Punkten  (09.05)
ArtikelWall Street eröffnet deutlich schwächer  (09.05)
ArtikelAsiatische Börsen erneut schwach  (09.05)

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Geschäftsführer-Quiz

Bei Fehlern drohen Geschäftsführern Haftungsfolgen. Testen Sie Ihr Wissen.
Wasserwüste Sahara

Wie die Sahara von der grünen Lunge Afrikas zur Wüste wurde.
Öl-Fakten

Hintergrund: Das Wichtigste, was man aktuell über Erdöl wissen sollte.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick