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HANDELSBLATT, Dienstag, 29. April 2008, 11:10 Uhr
Zusammenschluss mit britischer TNS geplant

GfK will durch Fusion zweitgrößter Marktforscher werden

Der Nürnberger Marktforscher GfK will sich mit dem britischen Rivalen Taylor Nelson Sofres (TNS) zusammenschließen. Es werde über eine Fusion unter Gleichen verhandelt, teilte die GfK am Dienstag mit. Allerdings würden sich die Briten in entscheidenden Punkten durchsetzen, falls die Pläne Wirklichkeit werden.


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HB MÜNCHEN. Durch den Zusammenschluss würde - gemessen am Umsatz - der weltweit zweitgrößte Konzern der Branche hinter dem US-Marktführer Nielsen entstehen. Die Vorstände von GfK und TNS seien davon überzeugt, dass ein Zusammenschluss wesentliche operative Effizienzsteigerungen und bessere Marktchancen bringen könnte, hieß es. Unter anderem würde damit die Position in schnell wachsenden Märkten in Asien, Lateinamerika und Osteuropa gestärkt. Ein Sprecher der GfK sagte, die weiteren Verhandlungen sollten zügig über die Bühne gehen.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) als Nummer fünf der Branche kam 2007 auf einen Umsatz von 1,16 Mrd. Euro, die TNS ist als Nummer drei mit mehr als 1,3 Mrd. Euro etwas größer.

An der Börse kamen die Pläne gut an: Die im Kleinwerte-Index SDax notierte GfK-Aktie legte um mehr als sechs Prozent auf gut 28 Euro zu. TNS-Aktien stiegen in London sogar um elf Prozent.

Der GfK-Verein, mit knapp 58 Prozent Mehrheitseigentümer der Nürnberger, werde seine Anteile in TNS-Papiere tauschen und an der neuen Gruppe mit dem Namen GfK-TNS rund 28 Prozent halten. Damit wäre der Verein größter Aktionär der neuen Gesellschaft und hätte dort eine Sperrminorität.

Sitz der GfK-TNS wäre London. Nürnberg bliebe Hauptsitz in Deutschland mit den wesentlichen Geschäftsaktivitäten der GfK. Der Vorstand würde die "Fusion unter Gleichen" widerspiegeln, hieß es. Neuer Chef der Gruppe soll David Lowden von TNS werden. GfK-Chef Klaus Wübbenhorst soll die Interessen des GfK-Vereins gegenüber dem Vorstand vertreten, er hätte aber keine operative Aufgabe mehr. Den Aufsichtsrat würden bis 2010 die bisherigen Vorsitzenden beider Firmen gemeinsamen führen, dann übernähme GfK-Kontrolleur Hans Joachim Riesenbeck alleine das Amt.


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