UnternehmenHandel + Dienstleistungen
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Montag, 5. Mai 2008, 11:38 Uhr
Aktionärstreffen

Tui-Konzernchef Frenzel rechnet fest mit Mehrheit

Von Eberhard Krummheuer

Unmittelbar vor der Hauptversammlung am Mittwoch wächst im Tui-Management die Zuversicht, bei dem Aktionärstreffen in Hannover gegen die Attacken seines Großaktionärs John Fredricksen die Oberhand zu behalten. Wie sich das Touristik-Unternehmen auf der Hauptversammlung seines größten Widersachers erwehren will - eine überraschende Vorstandssitzung.


BOLTENHAGEN. Nach dem Eingang der Anmeldungen der Anteilseigner zur Hauptversammlung könne sich Tuis Vorstandschef Michael Frenzel weithin sicher sein, die Mehrheit auf seiner Seite zu haben, lautet eine Einschätzung aus Unternehmenskreisen. Ein Konzernsprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Damit würde der Vorstand die Absicht des norwegischen Reeders vereiteln, auf dem Aktionärstreffen den Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Krumnow zu stürzen. Der größte Einzelaktionär mit knapp zwölf Prozent des Aktienkapitals hatte im Vorfeld der Hauptversammlung den Antrag gestellt, Krumnow und den Aufsichtsrat Franz Vranitzky, den ehemaligen Bundeskanzler von Österreich, aus dem Kontrollgremium abzuwählen. Die frei werdenden Mandate wollte er an sich selbst sowie seinen Geschäftspartner und "Vertrauten" Olav Troim vergeben wissen. In einem offenen Brief an die Aktionäre hatte er dem Tui-Management massiv Versagen vorgeworfen.

Inzwischen hat Fredricksen seine Pläne zumindest teilweise ändern müssen: Letzte Woche war Vranitzky zurückgetreten. Auf seinen Posten rückte Wladimir Jakuschew. Der russische ehemalige Severstal-Manager geht für die S Capital Management-Group - die in Zypern ansässige Gesellschaft des russischen Milliardärs Alexej Mordaschow - in den Tui-Aufsichtsrat. Mordaschow stockte kürzlich seine Tui-Anteile von fünf auf zehn Prozent auf. Er plant gemeinsam mit Tui den Ausbau des Touristikgeschäfts in Russland.

In Branchenkreisen wurde der Rücktritt von Vranitzky als geschickter Schachzug von Konzernchef Frenzel gewertet. In einem ebenfalls offenen Brief an die Aktionäre hatte der Tui-Vorstand kritisiert, dass die von Fredricksen eingeleitete öffentliche Diskussion um die Unternehmenszukunft und speziell um die AR-Personalien dem Konzern schade. Fredricksen sei ein Posten im Kontrollgremium bereits im Januar angeboten worden; er habe nicht darauf reagiert.

In Tui nahe stehenden Kreisen heißt es, ganz sicher könne sich Frenzel gleichwohl nicht sein, seinen Kurs durchzusetzen. Es sei nicht abzuschätzen, ob und wie viele der Kleinaktionärsvertreter Fredricksen auf seine Seite ziehen kann. Allerdings habe der Vorstand in den vergangenen Jahren immer trotz heftiger Kritik der Aktionäre große Mehrheiten hinter sich gehabt.

Am Freitagnachmittag hatte Tui-Chef Frenzel noch eine Vorstandssitzung in Hannover einberufen. Die war offenbar so knapp terminiert, dass Finanzvorstand Reiner Feuerhake kurzfristig seine Absicht aufgeben musste, als offizieller Tui-Repräsentant gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff, das neue Tui-Ferienresort "Weiße Wiek" in Boltenhagen an der Ostsee zu eröffnen. Feuerhake, der bereits an die Küste angereist war, verließ die Hotelanlage vor der Eröffnungsfeier, um nach Hannover zu eilen.


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Ex-Gewerkschafter bringt alle gegen sich auf(16.05. 15:23)
Artikel Metro-Aktionäre kritisieren Doppelfunktion von Cordes(16.05. 15:19)
Artikel Postler billigen Tarifergebnis(16.05. 12:39)
Artikel Deutsche Post baut Luftfrachtgeschäft aus (16.05. 09:38)
Artikel British Airways zahlt wieder Dividende(16.05. 08:59)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

HANDELSBLATT-TICKER

Alle News     Alle Indizes     RSS

TECHNOLOGIE
ArtikelPeinlicher Kleinkrieg
ArtikelPlant RIM den Blackberry mit Touchscreen?
ArtikelArtensterben kostet Billionen
Lesen Sie aktuell auf   
Chávez attackiert Merkel
FC Bayern schafft Umsatzrekord und schwarze Zahlen
» weitere Meldungen
KÖPFE
16.05. 16:43 Vorschusslorbeeren für den neuen Boss von Boss
Claus-Dietrich Lahrs geht drei Schritte voraus. Die Vorstände Joachim Reinhardt, Hans Fluri und Andre Maeder folgen artig im zweiten Glied. Die Szene beim Eintritt in das Atrium am Stammsitz in Metzingen hat bereits Symbolcharakter. Seit Donnerstag Abend steht fest, der 44-Jährige wird ab August Boss von Hugo Boss, Deutschlands größtem Modekonzern.
16.05. 13:36 Sanierer führt jetzt DüsselHyp
Ein neuer Vorstand soll die ins Straucheln geratene Düsseldorfer Hypothekenbank für den Verkauf vorbereiten. Nachdem der Einlagensicherungsfonds das angeschlagene Institut Ende April aufgefangen hatte, besetzte er gestern den Vorstand neu.
16.05. 07:00 Bill Gates' neuer Mann für gute Zwecke
Wer kann schon 4 Milliarden Dollar im Jahr verteilen? Jeff Raikes, bis Anfang des Jahres noch Top-Manager bei Microsoft. Denn er wird ab September die Geschicke der Bill & Melinda Gates Stiftung lenken, mit rund 37 Milliarden Dollar Vermögen, die mit Abstand solventeste Stiftung der Welt.
ArtikelVom Directeur zum Boss  (16.05)
ArtikelNachfolgestreit überschattet Pleisters 60. Geburtstag  (15.05)
ArtikelAus eigener Züchtung  (15.05)
BILDERGALERIEN
Bildergalerie  Einmal Sterne und zurück
Von einer „Hochzeit im Himmel“ spricht Jürgen Schrempp, als er vor zehn Jahren, am 7. Mai 1998, die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler zur „Welt AG“ verkündet. „Wir können es jetzt mit jedem aufnehmen.“ Heute ist die Unternehmensehe längst geschieden. Einmal Sterne und zurück – die wichtigsten Meilensteine der Verbindung. Und: Wie Daimler und Chrysler heute dastehen.

Tino Andresen und Carsten Herz
Bildergalerie  Die wertvollsten Banken Europas
Die Finanzkrise wirkt sich massiv auf die Börsenwerte der europäischen Großbanken aus. Auch Rezessionsängste und enttäuschende Quartalszahlen verschrecken die Anleger. Das wirbelt die Rangfolge der Kreditinstitute durcheinander. Die Top ten der wertvollsten Banken Europas und wo die deutschen Institute stehen.

Bildergalerie  Die spektakulärsten Banken-Schieflagen seit 1974
Die deutsche Bankenszene hat schon so manchen Tiefschlag wegstecken müssen: Immer wieder gab es spektakuläre Pleite und bemerkenswerte Schieflagen von Instituten, die für Schlagzeilen sorgten. Ein Überblick über einige der spektakulärsten Fälle seit 1974.

Bildergalerie  28 Milliarden für die Anleger
Mit 28 Milliarden Euro schütten die Dax-Konzerne in diesem Jahr so viel Geld aus wie noch nie. Trotzdem gibt es auf den Hauptversammlungen Anlass, kritisch nachzuhaken – denn ob die Unternehmen auch im nächsten Jahr noch auf Rekordniveau verteilen, ist fraglich. Welche Konzerne die höchste Dividendenrendite aufweisen – und welche Fragen die Aktionäre welchem Unternehmen unbedingt stellen sollten.

Bildergalerie  Was Dax-Konzerne ihren Aufsehern zahlen
Die wachsende Professionalisierung deutscher Aufsichtsräte zahlt sich für die Mitglieder der Kontrollgremien in barer Münze aus. Die 30 Dax-Firmen ließen sich ihre Chefaufseher im vergangenen Jahr durchschnittlich 15 Prozent mehr kosten als im Vorjahr. Doch die Bezüge unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen enorm – ein Ranking.

Bildergalerie  Die größten US-Unternehmen
Welches sind die größten Unternehmen der Vereinigten Staaten? Wir zeigen die Topfirmen der weltweit wichtigsten Volkswirtschaft mit Logos und Chefs. Auch Informationen zu Umsatz und Ergebnis und deren Entwicklungen finden sich, ebenso Mitarbeiterzahl und Börsenwert – das ultimative Ranking.

Business-Wissen
Die neuesten Managementbücher, Fallstudien und Forschungsergebnisse von der Handelsblatt-Redaktion für Sie ausgewählt und auf den Punkt gebracht.
Dax-30-Klickspiel
AUSSENWIRTSCHAFT
ArtikelFinanzkrise belastet Indien-Geschäft
ArtikelImporte aus China fast verdreifacht
ArtikelMerkel lenkt den Blick auf Lateinamerika
BUSINESS-MONITOR
ExklusivmeldungTop-Manager fordern Vereinfachung des Steuersystems
ArtikelGroße Trends, große Chancen
ExklusivmeldungUnternehmen rüsten sich gegen Währungsrisiken
MARKTINFORMATIONEN
 DAX 7.156,55 +1,07%
 L-Dax 7.159,13 +0,74%
 TecDAX 866,04 +0,54%
 L-TecDAX 865,61 +0,49%
 Dow 12.937,78 -0,42%
 Nasdaq 2.020,20 -0,55%
 Nikkei 225 14.219,48 -1,00%
 DJGTitans 193,92 -0,35%
 Euro(USD) 1,5579 +0,89%
 Euro-Bund 113,63 +0,40%
 Gold NY 881,25 +1,88%
 Rohöl ($/B) 123,25 +1,22%
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Continental 82,45 +4,10%
 Henkel 30,63 +3,58%
 TUI 18,04 +2,59%
 E.ON 130,55 -0,46%
 Commerzbank 22,61 -4,60%
 Dt. Telekom 11,21 -5,96%
MARKTBERICHTE
ArtikelÖlpreis und US-Daten bremsen Dax-Anstieg  (16.05)
ArtikelWall Street: Miese Verbraucherstimmung belastet  (16.05)
ArtikelEuropa-Börsen: Mit leichten Gewinnen ins Wochenende  (16.05)

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Geschäftsführer-Quiz

Bei Fehlern drohen Geschäftsführern Haftungsfolgen. Testen Sie Ihr Wissen.
Rentenlücke

Altersvorsorge: Was interaktive Tools leisten, und was sie nicht können.
Euro-Fighter

Wen Jogi Löw mit zur Fußball-Euro 2008 nimmt - und wer es nicht geschafft hat.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick