| HANDELSBLATT, Mittwoch, 7. Mai 2008, 14:53 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Airline | ||||||||||||||||||||||||
Teures Kerosin verdreifacht Verlust bei Easyjet | ||||||||||||||||||||||||
Die Explosion der Ölpreise hat dem Billigflieger Easyjet einen Millionenverlust eingebrockt. Trotzdem konnten die Titel der Airline zulegen – denn Börsianer sahen einen Grund, beeindruckt zu sein. | ||||||||||||||||||||||||
HB LONDON. Im vergangenen Halbjahr verlor Europas viertgrößte Airline 57,5 Mill. Pfund (73 Mill. Euro) und damit drei Mal so viel wie vor einem Jahr, wie das britische Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Falls die Ölpreise weiter steigen, sei auch ein Gewinn im Gesamtjahr fraglich, warnte Easyjet. Konzernchef Andy Harrison prognostizierte, dass viele Rivalen die hohen Ölpreise dauerhaft nicht überleben könnten. Auf eine Rettung durch Easyjet können sie dann offenbar nicht setzen: „Warum sollten wir schwache Airlines mit alten Flugzeugen kaufen - wir winken dann lieber zum Abschied.“ Abgesehen vom Ölpreis läuft das Geschäft bei Easyjet gut. Der zweitgrößte Billigflieger Europas nach der irischen Ryanair beförderte in seinem ersten Geschäftshalbjahr 18,9 Mill. Passagiere und damit 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei blieb die Auslastung der Maschinen mit 81 Prozent gleich. Das Wachstum bei den Passagierzahlen halte an, und die Buchungen für den Sommer lägen über dem Stand des Vorjahres, sagte Harrison. „Wir können keinen Rückgang bei Flugzeug-Reisen oder Buchungen feststellen.“ Der Umsatz kletterte um ein Viertel auf fast 1,14 Mrd. Euro. Auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin beförderte zuletzt mehr Passagiere: Im April stieg deren Zahl nach Angaben vom Mittwoch um 6,5 Prozent, die Auslastung stieg auf knapp 79 Prozent. Börsianer zeigten sich vor allem von der hohen Nachfrage nach Easyjet-Flügen beeindruckt. Deshalb legten die Aktien in London um gut zwei Prozent zu. Allerdings hat sich der Börsenwert des Konzerns innerhalb eines Jahres halbiert. Einige Analysten warnten zudem vor der Gefahr, dass den Fluggesellschaften eine wirtschaftliche Abkühlung teuer zu stehen käme. Dieses Risiko betreffe vor allem die Billigflieger. | ||||||||||||||||||||||||
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