HB FRANKFURT/MAIN. Der norwegische Großaktionär John Fredriksen
hält an seinem Ziel fest, Tui-Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow zu
stürzen. „Soviel ist sicher: wir werden nicht lange auf uns warten
lassen“, sagte Fredriksen der „Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung“ laut Vorabmeldung. Der Reeder verlangt,
Aufsichtsrat Krumnow kurzfristig durch den ehemaligen Bayer-Chef
Manfred Schneider zu ersetzen.
Tui-Vorstandschef Michael Frenzel müsse endlich ein schlüssiges
Konzept für die Abspaltung von Hapag Lloyd vorlegen. „Wir werden
die Tui kurzfristig zum Dialog auffordern“, sagte Fredriksen der
Mitteilung zufolge. Einen TUI-Sprecher zitierte die Zeitung mit den
Worten, die Ablösung Krumnows sei weder rechtlich möglich noch
geboten.
Hintergrund des Streits ist die geplante Abspaltung der
Tui-Tochtergesellschaft Hapag-Lloyd: Fredriksen - mit 11,7 Prozent
der größte Tui-Aktionär - zieht einen separaten Börsengang der
Reederei vor, während Frenzel diese verkaufen will.
Den Machtkampf auf der Tui-Hauptversammlung hatte Fredriksen am
Mittwoch verloren: Gut 57 Prozent des anwesenden Kapitals hatten
gegen die Abwahl Krumnows gestimmt. Damit war die Mehrheit der
vertretenen Aktionäre der Empfehlung der Unternehmensspitze um
Vorstandschef Frenzel gefolgt.