Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin
bremst ihre Gewinnerwartungen für das laufende Jahr erneut. Das begründet das Unternehmen mit den gestiegenen Kerosinpreisen. Fluggesellschaften weltweit sehen sich mit einem weiteren Problem konfrontiert - einer Folge der weltweiten Finanzkrise.
Die Heckflügel von drei Air-Berlin-Flugzeugen in Nürnberg: Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft bekommt die steigenden Kerosinpreise zu spüren. Foto: dpa
HB FRANKFURT/NEW YORK. Das Unternehmen rechne mit einem positiven Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), teilte Air Berlin
am Donnerstag mit. Zuvor hatte Air Berlin
noch ein Ebit von 73 bis 120 Mill. Euro imn Aussicht gestellt. Das Erreichen dieses Zielkorridors werde durch die rasant steigenden Treibstoffkosten erschwert, hieß es jetzt.
"Wir müssen für die Treibstoffkosten des laufenden Jahres circa 80 Millionen Euro mehr veranschlagen, als wir dies noch im März getan hatten", sagte Vorstandschef Joachim Hunold, das entspricht dem Unternehmen zufolge einer Steigerung von zehn Prozent. Bereits damals hatte Air Berlin
seine Gewinnprognose zurückgeschraubt. Um von den rasanten Preissteigerungen künftig möglichst gering betroffen zu sein, hat die Airline 88 Prozent des Treibstoffbedarfs für das laufende Jahr gesichert. Erneut betonte Hunold, den veränderten Marktbedingungen mit einem "Maßnahmenpaket" begegnen zu wollen. So will die Flugesellschaft die Ticketpreise erhöhen. Unrentable Strecken sollen gestrichen und die Kapazitäten angepasst werden. Die Verbindung zwischen Düsseldorf und Shanghai sei bereits reduziert worden. Für den Winter will Air Berlin
alle Streckenangebote überprüfen. "Wir stellen die komplette Langstrecken-Operation auf den Prüfstand", sagte Hunold. Entlassungen seien aber nicht geplant.
Neben den hohen Treibstoffpreise machen Air Berlin
auch die schwächelnde Konjunktur sowie ein zunehmender Wettbewerb auf der Langstrecke zu schaffen, auf der das Unternehmen die Nachfrage als "schleppend" bezeichnete. Dennoch habe sich im ersten Quartal der Verlust vor Zinsen und Steuern auf 67,7 Millionen von 85 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum reduziert. Damit übertraf die Fluggesellschaft die Erwartungen von Analysten, die mit einem Minus von 71 Millionen Euro gerechnet hatten. Unter dem Strich stand ein Verlust von 59 (Vorjahr: 66,4) Millionen Euro. Insbesondere bei Ferienfliegern wie der im Vorjahr übernommenen LTU sind Verluste im Auftaktquartal keine Seltenheit. Der Konzernumsatz legte um vier Prozent auf 654,5 Millionen Euro zu. Im Gesamtahr 2007 hatte Air Berlin
ein Ebit von 21,4 Mill. Euro erreicht.
An der Börse reagierten Anleger eindeutig auf die Nachrichten. Die Aktien von Air Berlin
gaben zu Handelsbeginn um 3,8 Prozent nach. erholten sich im Tagesverlauf aber wieder etwas.
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