Parallel zur schwachen Marktentwicklung hat sich der brancheninterne Konkurrenzkampf intensiviert. Sanacorp
etwa sprach jüngst von einem "scharfen Konditionenwettbewerb“ im Großhandel. So nahmen nach Einschätzung von Branchenkennern zwar vor allem die genossenschaftlichen Großhändler wie Sanacorp
und Noweda der Stuttgarter Celesio
Marktanteile ab. Dies gelang ihnen aber nur mit Rabatt-Zugeständnissen an die Apotheker.
Während die Unternehmen leise Zuversicht äußern, dass sich der Rabattwettbewerb wieder normalisiert, sehen Analysten dafür wenig Chancen. "Da wird sich nicht mehr sehr viel tun“, sagt der Branchenexperte einer Frankfurter Großbank. Für Skepsis sorgen unter anderem mögliche strukturelle Veränderungen im Pharmahandel. So versucht der US-Pharmakonzern Pfizer
weiterhin, ein neues Vertriebskonzept durchzusetzen, das den Großhandel in die Rolle eines reinen Logistik-Dienstleisters abdrängt. Hinzu kommt die Unsicherheit mit Blick auf das Fremd- und Mehrbesitzverbot für Apotheken, das im kommenden Jahr möglicherweise vom europäischen Gerichtshof zu Fall gebracht wird.
Während sich Celesio
bereits auf den Aufbau von Apothekenketten vorbereitet, zeigt sich Anzag-Chef Trümper skeptisch, ob die dafür nötige Liberalisierung wirklich kommen wird. Das Geschäftsmodell von Anzag werde sich daher auch in Zukunft voll auf die inhabergeführte Apotheke konzentrieren, sagte der Anzag-Chef.

