Die Deutsche Bahn hatte noch kurz vor der überraschenden Vereinbarung erklärt, das Unternehmen wolle schnellstmöglich in ein Schlichtungsverfahren eintreten. „Ein geregeltes Schlichtungsverfahren ist in dieser schwierigen Lage der richtige Weg. Der DB-Vorstand fordert die GDL auf, sich diesem Lösungsweg nicht zu verschließen“, sagte Personalvorstand Margret Suckale. „Jetzt muss möglichst schnell ein Schlichter gefunden werden.“ Die Bahn habe sich „millimetergenau“ auf der Linie des Moderationsergebnisses bewegt. „Wir sind jederzeit und an jedem Ort zu Verhandlungen bereit. Klar ist für uns aber auch: Nur solange nicht gestreikt wird, wird auch verhandelt.“ Auch Regierungssprecher Ulrich Wilhelm hatte an die Tarifparteien appelliert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Unterdessen wies der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky Berichte über Konflikte innerhalb der Gewerkschaftsspitze zurück. „Es scheint zur Zeit ein neuer Sport zu sein, eine Führungskrise in die GDL hinein zu interpretieren“, sagte er im ZDF-Morgenmagazin. „Es gibt aber keinen Dissens zwischen Manfred Schell und mir.“
Bahn-Aufsichtsrat Georg Brunnhuber sagte im Bayerischen Rundfunk: „Es ist derzeit etwas schwierig, weil ich den Eindruck habe, dass der Herr Schell nicht mehr der hundertprozentige Verhandlungspartner ist, weil die Stellvertreter sehr drängen.“

