Die GDL hatte für Montag mit erneuten Streiks gedroht, falls es bei den Gesprächen am Samstag zu keinem Ergebnis gekommen wäre. Tiefensee sagte, inzwischen sei er vorsichtig optimistisch, dass eine Lösung erreicht werde. Zwischen den beiden Konfliktparteien sei während der Gespräche in den Weihnachtferien genügend Vertrauen aufgebaut worden. Dazu habe er beitragen können. Er räumte ein, dass die Streikgefahr nicht endgültig gebannt sei. Das drücke allein das Bild von der angehaltenen Uhr aus.
An den Verhandlungen am Samstag nahmen unter anderem Bahn-Personalvorstand Margret Suckale, Schell und sein Vize Claus Weselsky teil. Schell hatte bereits am Freitag von einer deutlichen Annäherung in einigen Fragen gesprochen.
Umstritten war zum Beispiel, ob Lokrangierführer auch zum personellen Geltungsbereich gehören oder ob die Altersversorgung für Lokführer gesondert geregelt werden soll. Wegen der neuen Tarifstruktur bei der Bahn, die spezifische Interessen von Berufsgruppen besser berücksichtigen soll, müssen die Einzelheiten später mit der Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA festgelegt werden.
Die Bahn hatte am 9. Juli 2007 mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA einen Tarifvertrag geschlossen. Danach erhalten die Beschäftigten 4,5 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 600 Euro. Der alte, auch für die GDL-Mitglieder vereinbarte Tarifvertrag lief Ende Juni 2007 ab. Die GDL hatte ursprünglich bis zu 31 Prozent verlangt, im Lauf der Verhandlungen aber erklärt, dass sie nicht auf der Maximalforderung bestehe.

