Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte unterdessen Zumwinkels Umgang mit den Vorwürfen. Sie habe sich gewünscht, dass Zumwinkel sich öffentlich zu den Vorwürfen äußere, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Freitag in Berlin. Es sei für die Post-Mitarbeiter, aber auch für viele Bürger von Interesse, wie er dazu Stellung nehme. Die Kanzlerin sei der Auffassung, dass Einzelfälle wie die Vorwürfe gegen Zumwinkel „Vertrauen kosten“. Die ganz große Mehrheit der Verantwortungsträger in der Wirtschaft arbeiteten aber seriös und mit großen Einsatz, sagte Wilhelm.
Trotz seines vorzietigen Abgangs muss Zumwinkel nicht darben. Ihm stehen nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung 1,071 Mill. Euro Pension im Jahr zu - fast 90 000 Euro im Monat. Das Blatt berief sich am Freitag auf den Geschäftsbericht 2006. Das Ruhegeld beziehe sich auf den fixen Teil von Zumwinkels Gehalt, das 2006 bei 1,428 Mill. Euro gelegen habe.
Bild für Bild: Die spektakulärsten Fälle von Steuerhinterziehung
Ein vorgezogener Abschied Zumwinkels macht eine schnelle und harte Sanierung des defizitären US-Geschäftes und einen Verkauf der Postbank wahrscheinlicher. Anleger scheinen dies anzunehmen, denn die Aktien der Post haben am Freitag mit Gewinnen auf den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden reagiert. Die Titel setzten sich an die Spitze des Dax.

