Welche Rolle spielt künftig der Pharmagroßhandel?
Der Pharmagroßhandel wird auch in Zukunft den Apotheker mit Medikamenten beliefern; in welchen Umfang hängt davon ab, wie viele selbstständige Apotheker überleben. Die Großhändler könnten ihre Strukturen allerdings nutzen, um als Logistikpartner der Industrie gegen ein Serviceentgelt am Direktgeschäft zu partizipieren. Darüber hinaus haben viele Großhändler eigene Apothekenkooperationen gegründet, mit denen sie im liberalisierten Markt Rewe und anderen kontern könnten.
Worauf müssen sich die Pharmahersteller einstellen?
Auf der Abnehmerseite stehen den Pharmaherstellern künftig Händler mit einer großen Einkaufsmacht gegenüber, was den Druck auf die Margen erhöhen wird. Die zwischen Einzelhandel und Konsumgüterherstellern üblichen Jahresgespräche über die Einkaufs- und Lieferkonditionen könnten künftig auch für die Pharmaindustrie ein Thema werden, erwartet Jürgen Petersen von IMS Health. Auch der Vertrieb müsste den neuen Marktstrukturen angepasst werden: spezialisierte Key-Account-Manager statt eines Pharmaaußendienstes, der die Apotheken in der Fläche besucht.
Wer gewinnt, wer verliert?
Auf Aspirin kann keine Apotheke verzichten: Starken Marken im apothekenpflichtigen Bereich haben unter den neuen Konstellationen bessere Chancen als wenig bekannte Marken. Die laufen Gefahr, von größeren Apothekenketten ganz ausgelistet zu werden.

