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04.03.2008 

Klaus Zumwinkel: Die Steueraffäre kostete ihn frühzeitig den Chefsessel bei der Post. Foto: apLupe

Klaus Zumwinkel: Die Steueraffäre kostete ihn frühzeitig den Chefsessel bei der Post. Foto: ap

Lupe

Die Märkte hatten bereits die Geduld mit Zumwinkel verloren, lange bevor ihn die Staatsanwälte einbestellten. Auf der Hauptversammlung im vergangenen Frühjahr schmähten Investoren den Post-Boss als Mann von gestern und bemängelten "mangelnde Profitabilität". Einen Befreiungsschlag für den Ex-Monopolisten trauten sie Zumwinkel nicht mehr zu. Er sollte endlich Platz machen.

Gut für die Post, dass es Frank Appel gibt. Der ist seit 2002 Vorstand für Logistik, das Briefgeschäft im Ausland sowie die 100 größten Kunden. Der 46-Jährige lief sich seit geraumer Zeit warm, um in Zumwinkels Fußstapfen zu treten.

Die sind ziemlich groß, gerade für Appel. Denn der Ex-McKinsey -Berater ist die Öffentlichkeit noch nicht so gewohnt wie der gewandte Zumwinkel. Appel wirkt oft noch ein wenig steif. Manchmal scheint er, der Zwei-Meter-Mann, nicht zu wissen, wohin mit seinen Händen, wenn er im Stehen mit geschlossenen Augen über "First Choice" spricht, die neue Serviceoffensive der Post.

Post-Tower, Bonn, 2. Stock, nur ein paar Tage vor St. Valentin: Appel präsentiert sein Zukunftsmodell für die Post. Ein Workshop soll es sein, offen und locker. Appel lässt sich, des Planspiels wegen, zum Sachbearbeiter degradieren. Sein Job: Grüne Kreuzchen auf Päckchen machen. Dann weiter in der Wertschöpfungskette. Ein Trainer stoppt die Zeit: Alles über drei Minuten ist tabu.


Bildergalerie Bild für Bild: Wo der neue Post-Chef Appel überall aufräumen muss


Mit mehr Qualität will der promovierte Neurobiologe Appel dem Global Player Post AG in den kommenden Jahren zu "stärkerem Wachstum als der Markt" verhelfen. Das ist Appels strategische Vorgabe.

Mehr Service allein wird längst jedoch nicht reichen. Appel weiß, was der Finanzmarkt von ihm erwartet. Die Post macht zwar 60 Milliarden Euro Umsatz. Doch die Nettoumsatzrendite liegt bei mageren zwei bis drei Prozent. Das muss sich ändern.

Dafür muss der neue Post-Chef einige Baustellen abarbeiten. Retuschen werden nicht reichen. Viele Analysten fordern radikale Veränderungen. Aus dem schwerfälligen Tanker soll eine Flotte von Schnellbooten werden. Von der Aufspaltung der Post in einen Brief-, Finanz- und Logistikkonzern ist die Rede.

Frank Appels großer Trumpf: Keiner kennt die Werttreiber der Post besser als er, und keiner weiß besser, worauf sie verzichten kann. Als Berater von McKinsey kam er einst zur Post - und blieb, weil Mit-"Mackie" Zumwinkel sein Talent erkannte und ihn flugs abwarb.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Warum Appel sein Stil zupass kommt

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